Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 

Biotop-Monitoring

Moormonitoring der Schweiz

Änderungen im Moorindex der torfbildenden Flachmoore
Änderungen im „Moorindex“ der torfbildenden Flachmoore: rot = Nettozunahme, rosa = Nettoabnahme, grau = kein statistischer Nachweis einer Veränderung. Der Moorindex berücksichtigt den Anteil und die Deckung der typischen Moorarten und der Torfmoose (Sphagnum spec.) an der Vegetation
Mädesüss dominiert
Die Verbuschung der Moore schreitet schnell voran. Wenn die beobachteten Prozesse unverändert weiterlaufen werden die torfbildenden Moore vielleicht vollständig verschwinden.
Zielsetzung

Seit 20 Jahren sind die Moore von nationaler Bedeutung unter dem Schutz der Bundesverfassung. Die 548 Hoch- und 1170 Flachmoore müssen ungeschmälert erhalten werden. Sogar Regenerationen sollen bei jeder sich bietenden Gelegenheit ausgeführt werden. Mit einer repräsentativen Stichprobe wurden die Moore in der Schweiz zweimal beschrieben. Durch den Vergleich der beiden Zustände wurden laufende Veränderungen erfasst. Die Befunde sind repräsentativ für die Naturräume und die Höhenstufen sowohl bei den Flachmooren als auch bei den Hochmooren

Stichprobe

102 Moore wurden mit insgesamt 27400 Vegetationsaufnahmen beschrieben. Von 7400 Flächen sind Aufnahmepaare aus 2 Jahren vorhanden. Die Differenzen in diesen Paaren wurden ausgewertet. Für die weiteren Analysen wurde die Moorvegetation in folgende Typen eingeteilt:
Bult- und Heidehochmoore (Oxycocco-Sphagnetea)
Torfbildende Flachmoore:
säureliebende Kleinseggenriede (Caricetalia fuscae)
kalkliebende Kleinseggenriede (Caricetalia davallianae)
Röhrichte und Grossseggenriede (Phragmitetalia communis)
nicht-torfbildende Flachmoore:
Nasswiesen (Molinietalia)
nasse Hochstaudenfluren (Filipendulo-Convolvuletea)

Beobachtete Veränderungen:
  • Allgemeine Abnahme des Moorcharakters
  • Wasserverlust
  • Zunehmende Nährstoffverfügbarkeit
  • Gestörte Torfbildungsprozesse
  • Zunehmende Bestockung mit Gehölzen
Trends bei den Vegetationstypen
  • Alle Typen torfbildender Moorvegetation weisen markante Verluste auf.
  • Die Nicht-torfbildenden Moortypen wachsen zu Lasten der Torfbildenden.
Der Moorschutz sollte sich in Zukunft konzentrieren auf:
  • Grundwasserspiegel der Moore
  • Nährstoffverhältnisse der Moorböden
  • Verbuschung und Verwaldung
  • Torfbildungsprozesse
Publikation
BAFU-Moorbericht Der ofizielle BAFU-Bericht:

Zustand und Entwicklung der Moore in der Schweiz.

Ergebnisse der Erfolgskontrolle Moorschutz. Stand: Juni 2007

Kontakt

FE Biodiversität und Naturschutzbiologie: Gruppe Lebensraumdynamik