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Drei gefährdete Pilze in bedrohten Habitaten1. Der Rosarote Saftling (Hygrocybe calyptriformis)
Die Fruchtkörper fallen mit dem spitzkegeligen Hut von 3-7 cm
Durchmesser und der rosaroten Hutfarbe sofort auf. Die Hutoberfläche
ist matt und glatt, die Lamellen jung rosarot, später blass weisslich,
der Stiel 5-8 x 0.5-1 cm, zylindrisch, weisslich, bisweilen etwas rosa,
hohl, brüchig. 2. Fingerhutverpel (Verpa conica)
Die eher kleinen Fruchtkörper von 3-13 cm Höhe haben einen glocken- bis fingherhutförmigen, honig- bis rostbraunen Hut, der unregelmässig runzelig ist. Der Stiel ist glatt, hohl und weiss. Die Fingerhutverpel ist mit den Morcheln verwandt und erscheint gleich wie diese im Frühling (April bis Mai). Sie liebt sandige, kalkhaltige Böden entlang von Fluss- und Bachufern, sowie entlang von Hecken mit Weissdorn und Waldrändern.Gefahr droht der Fingerhutverpel durch Zerstörung oder Veränderung des Standortes, sei dies durch zu intensive Trittbelastung durch Erholungstourismus entlang von Flüssen und Bächen, durch wasserbaulich bedingte Befestigungen flacher Uferbereiche, durch die intensive Landwirtschaft, welche durch Überdüngung und Fungizideinsatz Saumgesellschaften entlang von Hecken und Waldrändern zerstört. Um die Fingerhutverpel zu erhalten, müssen somit genügend flache, sandige Überflutungsgebiete entlang von Bächen und Flüssen zur Verfügung stehen (Auenschutz). An belasteten Orten sollten Freizeitaktivitäten gelenkt werden; beim Heckenschutz ist auf die Entwicklung von möglichst breiten ungedüngten Säumen zu achten. 3. Der Lärchen- oder Apothekerschwamm (Laricifomes officinalis)
Die harten, mehrjährigen Fruchtkörper sind konsolen- bis hufförmig, alt auch lang zylindrisch, 10-15 cm breit, 10.20 cm lang, 5-15 cm vom Substrat abstehend.Der Lärchenschwamm ist ein typischer, Holz abbauender Pilz. Seine Fruchtkörper erscheinen vor allem an abgestorbenen Teilen von stehenden Lärchenstämmen, gelegentlich auch an toten, liegenden Stämmen. Mit dem Lärchenschwamm infizierte Bäume können noch Jahrzehnte leben. Alle bekannten Fundorte in der Schweiz liegen im Bereich des subalpinen Arven-Lärchenwaldes. Ausserhalb des natürlichen Lärchenareals ist er kaum zu finden, womit der Lärchenschwamm ein typischer Pilz der zentralen Hochalpen ist. Der Lärchenschwamm gilt
seit alters her unter dem Namen Apothekerschwamm als Heilmittel, wohl
aufgrund seiner abführenden und schweisshemmenden Wirkung. Der
Lärchenschwamm war über Jahrhunderte hinweg ein sehr begehrter Pilz. Er
erzielte früher hohe Preise, was vermuten lässt, dass die Pilzvorkommen
der Nachfrage kaum gerecht und die Fruchtkörper intensiv gesammelt
wurden. Um den Pilz zu erhalten, müssen alte Lärchen mit Stammverletzungen stehen gelassen und alte Lärchenwälder in ihrem Bestand geschützt werden (Skipisten!). Die Fruchtkörper dürfen nicht entfernt werden, damit der langsam wachsende Pilz sich fortpflanzen kann. |