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Pilzreservat La Chanéaz: Langzeitmonitoring zur Erforschung von Wachstum und Phänologie von Waldpilzen

Pilzreservat Versuchsfläche
Versuchsparzelle zur Abklärung des Einflusses des mit dem Pilzsammeln verbundenen Betretens des Waldbodens (Foto François Ayer / WSL)
Bleu-M-01
In wöchentlichem Rythmus werden alle Fruchtkörper gezählt und mit einem Farbtupfer versehen, um Doppelzählungen zu vermeiden.

Im Jahr 1975 hat der Kanton Fribourg ein 75 Hektare grosses Gebiet in der Nähe von Payerne FR als Pilzreservat ausgeschieden, um pilzökologische Forschung zu ermöglichen. Das Pilzreservat La Chanéaz ist national wie international einzigartig. Nirgendswo auf der Welt wurde bisher über einen so langen Zeitraum die Entwicklung der Pilzflora so detailliert untersucht. Auch die räumliche und zeitliche Auflösung der Datenerhebung ist einmalig. Alle oberirdisch fruktifizierenden Pilzfruchtkörper werden in wöchentlichem Rhythmus auf einem Quadratmeter-Raster identifiziert und gezählt, von anfangs Mai bis zum Wintereinbruch. Jeder gezählte Fruchtkörper wird mit einem blauen Farbstoff markiert, um Doppelzählungen zu vermeiden.

Die Untersuchungen werden neue Erkenntnisse über das Fruchtverhalten von Pilzen und über ihre räumliche und zeitliche Dynamik liefern. Dieses Wissen soll das Fundament einer wirkungsvollen Naturschutzpolitik werden und mithelfen, die Biodiversität der Waldpilze langfristig zu erhalten und zu fördern.

Ein neu angelegter Pilzlehrpfad stellt die wichtigsten Forschungsthemen und Versuchsflächen vor und informiert den Besucher über abgeschlossene Studien und ihre Resultate oder laufende Forschunsprojekte. Die Reservatisierung wurde im Jahr 2010 verlängert bis ins Jahr 2060, die Fläche des Reservats wurde dabei auf 4 ha reduziert. 

Publikationen

Bisher wurden auf Basis der erhobenen Daten 38 Publikationen veröffentlicht (14 ISI papers und 24 Umsetzungspublikationen). Weitere Datenanalysen und Veröffentlichungen sind geplant, in Zusammenarbeit mit internationalen Forschergruppen.

Weiterführende Informationen

SwissFungi: Verbreitungsatlas der Pilze der Schweiz
Swissfungi

Herbstzeit ist Pilzsuch-Zeit. Aber kommen Steinpilz und Eierschwamm in den Wäldern meines Wohnortes überhaupt vor? Wo wächst der Tintenfischpilz? Was ist das Verbreitungsgebiet der Stinkmorchel? Habe ich einen seltenen Pilz gefunden? SwissFungi gibt Antwort.

Verfügbare Sprachen: deutsch  englisch  französisch 

Senn-Irlet, B.; Egli, S.; Boujon, C.; Küchler, H.; Küffer, N.; Neukom, H.-P.; Roth, J.-J., 2012:
Pilze schützen und fördern.

Merkbl. Prax. 49: 12 S.

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