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Vielfältige Waldwirtschaft im Buchenmischwald

Mischwald mit Eichenverjüngung

Mit Eichen ergänzte Naturverjüngung, Bremgarten.

 
Waldverjüngung nach Lothar
Verjüngung 5 Jahre nach Lothar, Bremgarten.
 
Cholmoos im Wald von Wohlen

Das idyllische Cholmoos, Wohlen.

Fotos: A. Bürgi

Die Wälder der Gemeinden Bremgarten, Wohlen und Waltenschwil im aargauischen Freiamt werden gemeinsam bewirtschaftet. Dies ermöglicht eine effiziente Forstwirtschaft. Hier wird nicht nur nachhaltig Holz produziert, die Wälder dienen auch der Erholung, dem Natur- und dem Grundwasserschutz. Und der Forschung, denn der Betriebsleiter Anton Bürgi arbeitet auch als Waldforscher an der Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL.

Wer an der Station Erdmannlistein zwischen Bremgarten AG und Wohlen aussteigt, befindet sich bereits im Forstbetrieb der drei umliegenden Gemeinden. Hohe Buchen, Eichen und Eschen lassen das Gefühl aufkommen, in einem hallenartigen uralten Wald zu stehen. Doch ganz so alt sind die ältesten Bäume doch nicht, vielleicht 100 oder 120 Jahre, denn so ein Waldmeister-Buchenwald im Mittelland wächst relativ schnell. Die Bäume legen recht breite Jahrringe an, so dass sie jedes Jahr mehr als 12 m3 Holz auf einer Hektare produzieren.

Die Kosten der Waldbewirtschaftung sind in der Schweiz deutlich höher als in den benachbarten Ländern, die Holzpreise hingegen liegen auf ähnlichem Niveau. Dennoch erwirtschaftet der Forstbetrieb Bremgarten Wohlen Waltenschwil Gewinne. Hier profitiert man einerseits von den nährstoffreichen Böden und vom schnellen Wachstum der Bäume, vor allem aber von der effizienten Organisation und Durchführung der Holzernte. Statt viele Bäume zu pflanzen, setzt der Förster auf die kostengünstige natürliche Verjüngung des Waldes.

Grosse Verjüngungsflächen nach "Lothar"

Eine unfreiwillige Art der Verjüngung löste der Orkan "Lothar" am Stephanstag 1999 aus. Er schlug eine eineinhalb Kilometer breite Schneise in den Wald und hinterliess tausende kreuz und quer übereinander geschichtete Bäume. Etwa zwei Drittel des geworfenen Holzes konnten noch verkauft werden.

Im Chintis jedoch, einem zwischen Niederwil-Fischbach und Wohlen liegenden Waldstück, blieb auf gut zwei Hektaren das gesamte Sturmholz liegen. Dort untersucht die WSL, wie neuer Wald entsteht und welche Krautpflanzen, Pilze und Insekten dort vorkommen. Unterdessen stehen zwischen den liegenden Stämmen bereits über 10'000 junge Bäume, zur Hälfte Buchen und Bergahorne, hier und dort auch ein paar Eschen. Mehr als genug, damit im Chintis bald wieder schöne Mischwälder stehen.

In der Region Bremgarten, Wohlen und Waltenschwil lässt sich hautnah erleben, wie der Wald durch forstliche Arbeiten derart bewirtschaftet wird, dass er gleichzeitig Ertrag bringt und Erholungs- und Naturschutzziele erfüllt. Darüber hinaus entdeckt man auch, dass Mensch und Natur ein unerwartetes Grossereignis wie den Sturm "Lothar" durchaus verkraften können.

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WSL

Im Hinblick auf das UNO-Jahr des Waldes haben Schweizer Wanderwege zusammen mit der WSL zehn Wald-Wanderungen ausgewählt.

wandern.ch

 

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