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Waadtländer Jura: Wytweiden im Wandel

Marchairuz: Etudiant au travail
Floristisches Inventar in den Versuchsparzellen am Marchairuz. Im Parc Jurassien Vaudois wurden auf 70 km² 550 Gefässpflanzen erfasst, und es kommt nicht selten vor, dass man etwa vierzig auf einem Quadratmeter findet.
 
Marchairuz: Transect
In 1'400 m Höhe wurden Bodenblöcke mit ihrer Vegetation aus drei typischen Habitats der Wytweiden entnommen, um sie auf drei verschiedenen Höhen wieder auszusetzen und auf diese Weise den Klimawandel zu simulieren.
 
Marchairuz: Vue générale
Übersicht über den „Spenderstandort“ am Marchairuz. Die in Les Amburnex entnommenen Bodenblöcke werden an Standorte in geringerer Höhe gebracht, wo sie höheren natürlichen Durchschnittstemperaturen und weniger Niederschlägen ausgesetzt sind. Die über einige Blöcke gespannten Netze sollen den Schatten der Fichten simulieren. Die unter den Blöcken eingegrabenen Eimer sammeln das ablaufende Wasser.


Fotos und Grafiken: WSL

Die Wytweiden haben sich aus einer Mischnutzung von Wäldern und Weiden entwickelt. Seit Jahrhunderten schützen die auf den Weiden des Jura verstreuten Bäume das Vieh vor Unwetter, und das Trampeln der Kühe verlangsamt die Bewaldung. Bei wohl dosierter Nutzung gestalten sich diese Lebensräume sehr interessant für Land- und Forstwirtschaft, für die Artenvielfalt und für die den Tourismus.

Dieses Gleichgewicht ist heute bedroht. Dort, wo viel Vieh konzentriert ist, kann kein Baum mehr gedeihen. Andererseits breiten sich Wald und Buschwerk in den Bereichen, die nicht mehr ausreichend beweidet werden, schnell aus. Wie wird diese neue Landschaft dem zukünftig wärmeren und trockeneren Klima des Juras standhalten?

Wytweiden durch die Erwärmung bedroht

Im Parc Jurassien Vaudois untersuchen Fachleute des WSL-Standorts Lausanne experimentell die Reaktion der Wytweiden auf den Temperaturanstieg und die Trockenheit. Sie vergleichen die Reaktion der Böden und der Vegetation in Abhängigkeit von der Intensität des Klimawandels und vom Bewaldungsgrad.

Hierzu haben sie in 1'400 m Höhe Bödenblöcke mit ihrer Vegetation aus drei Habitats entnommen: aus der offenen Weide, der halboffenen Weide und der Waldweide. Diese Blöcke wurden an drei Versuchsstandorten unterschiedlicher Höhe ausgesetzt, um den Klimawandel zu simulieren.

Die ersten Ergebnisse lassen sich wie folgt zusammenfassen:

  • Die Futterproduktion erhöht sich, wenn die Temperaturen bis ca. 2 Grade im Jahresschnitt ansteigen, verringert sich jedoch bei stärkerer Erwärmung.
  • Die Keimlinge der Buche nehmen im Vergleich zu jener der Fichte überhand. Dies könnte die Landschaft und ihre Funktion grundlegend verändern.
  • Die halboffene Weide hält einer Klimaerwärmung besser stand als e offene Weide oder Wald, und ihr Boden setzt weniger Kohlenstoff frei.

Weltweit macht der in Steppen und Weiden gespeicherte Kohlenstoff ein Drittel des gesamten in den Böden gespeicherten Kohlenstoffs aus und fast die Hälfte des Kohlenstoffs in der Atmosphäre. Würden diese halboffenen Gebiete mit Vieh erhalten, könnte die Widerstandsfähigkeit dieser Lebensräume und ihre Fähigkeit, Kohlenstoff zu speichern, verbessert werden.

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WSL

Im Hinblick auf das UNO-Jahr des Waldes haben Schweizer Wanderwege zusammen mit der WSL zehn Wald-Wanderungen ausgewählt.

wandern.ch


 

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