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Brennholz produzieren und Biodiversität fördern

Laubmischwälder bei Rothenfluh

Laubmischwälder bei Rothenfluh.
Foto: A. Zingg

 
Wanderung Rothenfluh
Von Limperg aus führt ein Weg (gestrichelte Linie) am oberen Rand der Versuchsfläche vorbei. (Reproduziert mit Bewilligung von swisstopo, JA100118)
Niederwald-Versuchsfläche bei Rothenfluh

Niederwald-Versuchsfläche bei Rothenfluh.
Foto: A. Zingg

Seit über 150 Jahren versorgen viele Wälder im Baselbieter Jura ihre Eigentümer mit Brennholz. Dies gelang mit der Niederwaldwirtschaft, die sich auf neu austreibende Triebe belassener Wurzelstöcke stützt. Dazu braucht es viel Licht und kleine Kahlflächen, auf denen neben zahlreichen Buchentrieben auch eine artenreiche Flora entsteht. Neue Versuche bei Rothenfluh BL sollen das Wachstumspotenzial und die Bedeutung dieser Bewirtschaftungsform für die Biodiversität einer Region aufzeigen.

Holz ist ein nachwachsender einheimischer Rohstoff. Gerade in ländlichen Regionen wird viel damit geheizt. Darum ist für viele Landwirte ihr Wald eine wichtige Energiequelle. Bis zum zweiten Weltkrieg gab es im Baselbieter Jura Bestände, die als Niederwald bewirtschaftet wurden, auch in der Umgebung von Rothenfluh. Vor allem in den steileren Hanglagen, wo die Bäume zumeist weniger schnell und nicht so hoch wuchsen, bot sich diese Nutzungsform an. Auf den wüchsigeren Hochplateaus hingegen stand die Produktion qualitativ hochwertigen Stammholzes an den meisten Orten im Vordergrund.

Auf der vorgeschlagenen Wanderung gelangt man südwestlich von Limperg auf einem kleinen Umweg entlang der Hangkante zu den vor wenigen Jahren von der WSL eingerichteten Niederwald-Versuchsflächen. Solche in Buchenwäldern angelegten Experimente gibt es nur wenige in der Schweiz, obwohl Niederwälder hier eine lange Tradition haben.

Was auf den ersten Blick wie ein Kahlschlag aussieht, ist die Voraussetzung für die Fortführung eines Niederwaldes. Nur aus 30 Prozent der alten Baumstrünke wachsen junge Buchentriebe empor, die übrigen Strünke waren zu alt. Dafür ist die Vielfalt an Baumarten in der Waldverjüngung gut sichtbar: neben jungen, aus Samen entstandenen Buchen entdeckt man Bergahorn, Mehlbeere, Vogelbeere, Elsbeere, Eibe, Weisstanne und andere Arten. Diese Zusammensetzung deutet darauf hin, dass es in den Steilhängen oft trocken und heiss wird. Da auch Kräuter und Gräser sehr artenreich vorkommen, würde es sich hier lohnen, in Zusammenarbeit mit dem Naturschutz zusätzliche Untersuchungen zur Biodiversität durchzuführen.

Binding-Waldpreis für Rothenfluh und Anwil

Die Gemeinde Rothenfluh erhielt 1995 zusammen mit der benachbarten Gemeinde Anwil den Binding-Waldpreis für vorbildliche Waldpflege. Damit zeichnete die Binding-Stiftung die Anstrengungen beider Gemeinden aus, die wichtigen und berechtigten Forderungen des Natur- und Landschaftsschutzes mit den Forderungen der Bevölkerung nach einem möglichst natürlichen Erholungs- und Erlebnisraum gleichzeitig zu erfüllen. Die Auswirkungen der Niederwaldwirtschaft auf die lokale Energieversorgung und auf die Vielfalt an Arten und Lebensräumen von Pflanzen und Tieren waren wichtige Gründe für diese Auszeichnung.

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WSL

Im Hinblick auf das UNO-Jahr des Waldes haben Schweizer Wanderwege zusammen mit der WSL zehn Wald-Wanderungen ausgewählt.

wandern.ch

 

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