Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 

Moorschutz

Sörenberg 1
Mooren bieten ein Wechselspiel von Bergföhren und Kleinseggenrieden.
Soerenberg_Bild2
Die Flora der Flachmoore mit ihrem Scheiden-Wollgras bietet vielen Insekten ein ideales Habitat.
Soerenberg_Bild3
Typisches Hochmoor-Unterholz mit Heidelbeeren und Rauschbeeren
Fotos: Biosphärenreservat Entlebuch

Obwohl sie nur 3% der Erdfläche bedecken, sind Moore in ihrer Gesamtheit der grösste Kohlenstoffspeicher der Welt.  Die Entwässerung dieser seltenen Landschaften setzt grosse Mengen CO2 frei. In der Schweiz stehen Moore seit 1987 unter Schutz. Die WSL überprüft die Wirkung der Erhaltungsmassnahmen im Auftrag des Bundes.

In den letzten 150 Jahren sind rund 90% der Moore in der Schweiz durch Torfabbau, Entwässerungen und Kultivierung verschwunden. Als die Armee in den 1980er Jahren einen Waffenplatz im Moor von Rothenthurm errichten wollte, wurde dieses Vorhaben durch eine Volksinitiative gestoppt. Dies führte zu einer Verstärkung des nationalen Moor- und Biotopschutzes. Um die Moore vor einen weiteren Rückgang zu bewahren, hat das Bundesamt für Umwelt (BAFU) eine Reihe von Massnahmen getroffen.  Es wurden Armeeprojekte zurückgestellt, die Beweidung reduziert, Düngervorschriften erlassen, Entwässerungsgräben geschlossen und wo nötig die touristische Nutzung angepasst. Für rund 100 Moore wurden zudem Renaturierungen in die Wege geleitet.

WSL-Auftrag: Wirkungskontrolle

Die WSL wurde vom Bund beauftragt, die Wirkung der Massnahmen zu überprüfen. Von 1997 bis 2006 haben Forschende der WSL in 125 Hoch- und Flachmooren von nationaler Bedeutung räpresentative Stichprobenuntersuchungen durchgeführt. Mit Hilfe von 29'000 (davon 8400 gepaarten) Erfassungen haben sie wichtige ökologische Messgrössen aufgenommen, so zum Beispiel die Häufigkeit und Zusammensetzung der Pflanzenarten sowie den Wasser- und Nährstoffgehalt der Torfauflage. Auf dieser Basis beurteilte die WSL den Nutzen der Schutzmassnahmen und erarbeitete die Grundlagen für eine weitere Verbesserung des Moorschutzes.

Sörenberg: Das grösste Moorschutzgebiet der Schweiz

Moorschutz in Sörenberg bedeutete zum Beispiel, beim Ersatz der Transitgasleitung ein Trassee zu wählen, welches die Moore nicht mehr tangiert. Die etwa 10 m breite Schneise der alten Leitung ist heute noch sichtbar. Auch der Betrieb der Wintersportgebietes warf Fragen auf, da die Herstellung von Kunstschnee das natürliche Wasserregime beeinträchtigte. Mit den Betreibern der Bergbahnen Sörenberg galt es, moorschonende Lösungen zu finden. So wird das Wasser für die Schneekanone im Gebiet der Rossweid aus einer Regenwasserkaverne bezogen und durch eine Osmoseanlage gepumpt, um den Eintrag von Kalk ins Moor zu verhindern.

Könnten Moore zu CO2-Quellen werden?

Heute werden Moore in der Schweiz nicht mehr industriell genutzt. Trotzdem wird ihre Funktion weiter beeinträchtig, zum Beispiel durch die Zunahme von Stickstoff und CO2 in der Atmosphäre sowie durch die Klimaerwärmung. Diese Veränderungen führen zu einer schnelleren Zersetzung von organischer Masse, was zusätzliche Mengen Kohlenstoff freisetzt. Die Moore könnten sich von CO2-Speicher in CO2-Produzenten verwandeln. Diese Prozesse studiert die WSL an ihrem Standort Lausanne und auf Versuchsflächen im schweizerischen und französischen Jura.

Links


WSL

Im Hinblick auf das UNO-Jahr des Waldes haben Schweizer Wanderwege zusammen mit der WSL zehn Wald-Wanderungen ausgewählt.

wandern.ch

 

Spacer