Merkblatt für die Praxis Nr. 39



Duelli, P.; Wermelinger, B., 2010:
Der Alpenbock (Rosalia alpina). Ein seltener Bockkäfer als Flaggschiff-Art. 2. überarbeitete Auflage.

Merkbl. Prax. 39: 8 S.

Kurzzusammenfassung

Das Verbreitungsgebiet des Alpenbocks reicht von Spanien über Mitteleuropa bis nach Syrien, zum Kaukasus, dem südlichen Ural und nach Weissrussland. Wo seit Generationen Menschen das Buchenholz intensiv als Brennholz nutzen, ist der prächtige Bockkäfer heute aber sehr selten geworden ist. Wenn dieses Holz verarbeitet wird, bevor die Larven fertig entwickelt sind, wird es zur Falle für die Käfer.

Im Hinblick auf eine gezielte Förderung des gefährdeten und europaweit geschützten Alpenbockkäfers ist es wichtig zu wissen, nach welchen Kriterien die Weibchen den Eiablageplatz aussuchen. An der Forschungsanstalt WSL läuft deshalb seit Jahren ein entsprechendes Forschungsprojekt.

Um die Käfer-Weibchen von den verhängnisvollen Brennholzbeigen wegzulocken, wird empfohlen, neben Buchen-Brennholzbeigen einen oder mehrere etwa 2 m lange, mindestens 25 cm dicke Buchenstämme an gut besonnten Orten aufzustellen. Darauf werden die Weibchen zumindest einen Teil ihrer Eier ablegen. Die Larven aus diesen Eiern werden später nicht mit dem Brennholz verbrannt. Der Stamm sollte vor dem Schlüpfen der Käfer an eine geeignete Stelle ohne Brennholzbeigen gebracht werden.

Generell empfiehlt sich für die Förderung des Alpenbockes, alte, geschädigte oder abgestorbene Buchen an sonnigen Standorten stehen zu lassen. Nach einem Holzschlag aufgearbeitete, für den Verkauf bestimmte Buchenstämme sowie Brennholzbeigen sollten vor der Flugzeit der Alpenböcke abgeführt oder im Schatten gelagert werden. In Windwurfflächen können einzelne Buchenstrünke oder Stämme minderer Qualität belassen werden. Auch bei Holzschlägen sollten einzelne alte Buchen und hohe Baumstrünke stehen bleiben. 

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