Back to
Keyword index
Projekt Natur-Idyllen als Modellversuch eines soziokulturellen Projekts zum Thema Gesundheitsförderung und Naturressourcen
Author(s): Weers, Adèle
Organization(s): kulturatelier adèle weers, Switzerland
Contact:
Keywords
Naturidyllen
Abstract
Welche Aufgabe übernimmt die Kunst als Vermittlerin zwischen Naturressourcen und Gesundheitsförderung?
Vielen Kunstschaffenden ist die Natur ein Ort der Inspiration. Ein Aufenthalt in der Natur regt ihre schöpferischen Prozesse an. Das kann zu neuen Ideen und Werken führen.
Ein bedeutender Zweig der Malerei ist seit der Renaissance die Landschaftsmalerei, also die Darstellung eines Ausschnitts aus der Natur. Das Verhältnis von Mensch und Natur hat sich seither stetig gewandelt und die Darstellung von Natur in der Kunst beeinflusst. Derzeit widmen viele Museen ihre Ausstellungen dem Thema Natur und Kunst. Zum Beispiel kuratiert Jan Hoet in der Stuttgarter Galerie Abtart die Ausstellung zu Jan Kromke. Dem Dresdener geht es in seiner Landschaftsmalerei nicht um die Darstellung konkreter Orte, sondern um die Thematisierung des Erlebens von Stille und Langsamkeit. Äussere Bilder regen innere Bilder im Menschen an. Wie innere Bilder entstehen und wie sie ihre Wirkung im Menschen entfalten, damit befasst sich u. a. der bekannte Hirnforscher Gerold Hüther, Professor für Neurobiologie.
Um Bilder ging es im Projekt “Natur-Idyllen”. In einem Restaurant mit Kulturbetrieb in Wiesbaden, Deutschland, wurde von Oktober 2010 bis März 2011 das soziokulturelle Projekt “Natur-Idyllen” realisiert. In der Ausstellung waren Naturfotografien zu sehen, die einem Text aus dem Werk “Idyllen” (1753) von Salomon Gessner gegenübergestellt wurden.
Das Ziel war, mit einem kunstorientierten methodischen Konzept die inneren Bilder zum Thema Naturressourcen und Gesundheit bei den Ausstellungsbesucherinnen und -besuchern zu ermitteln. Während der Dauer des Projekts “Natur-Idyllen” gab es Kunst-Aktionen, die zu neuen Erkenntnissen führten. Bei der Ausstellungsvernissage und zwei weiteren Aktionen wurden Besucher und Besucherinnen auf ihre eigenen Naturbilder angesprochen. Welche Vorstellung haben sie von ihrer eigenen “Natur-Idylle”? Mit ihren persönlichen Naturbildern begegneten sie in der Ausstellung ähnlichen oder fremden Naturbildern, was zum Austausch anregte.
Am häufigsten wurde das Wort “schön” zur Beschreibung der Ausstellungsexponate genannt. Das kam dem Anliegen des Gastwirts, nämlich eine wohltuende Atmosphäre für seine Gäste zu haben, sehr entgegen. Eine subjektiv als schön wahrgenommene Landschaft oder Naturaufnahme, ob real erlebt oder in der Form einer künstlerischen Darstellung, wirkt wohltuend. Ein Naturraum, der als schön empfunden wird, wirkt gesundheitsfördernd. Wissenschaftliche Studien belegen, dass der Aufenthalt in der Natur gesundheitsfördernd ist.
Das Hauptergebnis des Projekts “Natur-Idyllen” ist ein Versuchsmodell eines soziokulturellen
Projektkonzepts zur Gesundheitsförderung. Die Auseinandersetzung mit eigenen und fremden Naturbildern wird gefördert. Künstlerische Methoden und Naturressourcen befruchten sich gegenseitig und können die gesundheitsfördernde Wirkung noch verstärken. Informationen und Anregungen zur Umsetzung im Alltag stärken die Gesundheitskompetenz des einzelnen Menschen.