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Projektdauer: 2004 - 2010

Die genetische Vielfalt als wichtiges Mass für die Biodiversität bei Alpenpflanzen

Die intraspezifische, genetische Diversität wird nur selten als Mass für die Biodiversität eingesetzt, obwohl sie geeignet wäre, um das Anpassungspotenzial einer Art in einer sich ändernden Umwelt abschätzen zu können. Im internationalen Projekt IntraBioDiv wird bei Alpenpflanzen untersucht, ob die intraspezifische Diversität mit anderen Biodiversitäts-Massen korreliert. Daraus wird abgeleitet, ob ein Einbezug der genetischen Vielfalt die Schutzmassnahmen in Zukunft zu verbessern vermag.

Alpenpflanzen
Im Projekt IntraBioDiv untersuchte Alpenpflanzen (Fotos: Conny Thiel-Egenter, Felix Gugerli)

Der Artenreichtum ist das am häufigsten benutzte Mass für die Bewertung der Biodiversität. Die intraspezifische Diversität, d.h. die genetische Vielfalt innerhalb einer Art, wird nur selten in die Bewertung einbezogen, obwohl sie das Evolutions- und Anpassungspotenzial einer Art in einer sich ändernden Umwelt bestimmt. Um zu prüfen, ob und wie gut die verschiedenen Masse der Biodiversität übereinstimmen, untersuchte das Projekt IntraBioDiv die Zusammenhänge zwischen der intraspezifischen Diversität und dem Artenreichtum bzw. der Habitatvielfalt bei Alpenpflanzen. Daraus lassen sich Auswahlkriterien für Schutzmassnahmen zur Erhaltung der intraspezifischen Diversität ableiten. 

Das von der EU unterstützte Projekt wurde von einer internationalen Gruppe von Forschenden durchgeführt. Initiiert und koordiniert wurde es von Pierre Taberlet (Universität Grenoble). Beteiligt waren 17 Institutionen aus 10 europäischen Staaten. Das Untersuchungsgebiet erstreckte sich über den ganzen Alpenbogen sowie die Karpaten.

Die Ziele des Projekts:

  • Beziehungen zwischen inter- und intraspezifischer Pflanzendiversität sowie der Habitatvielfalt finden und erklären
  • abschätzen, ob das bestehende Netzwerk von Schutzgebieten in den Alpen und den Karpaten die gesamte Biodiversität, also einschliesslich genetischer Vielfalt, gut abdeckt.

Folgende spezifischen Fragen untersuchten wir in den Alpen und in den Karpaten:

  • Gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen der intraspezifischen Diversität und der Diversität zwischen den Arten?
  • Enthalten Gebiete mit einem hohen Anteil von endemischen Arten auch einen hohen Anteil an intraspezifischer Diversität, und wie verhält es sich mit der Seltenheit von Genvarianten und Arten?
  • Lässt sich aufgrund der Habitatdiversität die intra- und interspezifische Diversität abschätzen?

Stichworte intraspezifische Diversität, Artenvielfalt, Habitatvielfalt, Alpenpflanzen, Alpen, Karpaten, genetische Vielfalt