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Faunistische Inventurmethoden für Wirbellose

Biotopbewertungen

Perlmutterfalter?
Perlmutterfalter?
 
Weinbergschnecke
Weinbergschnecke
 
Widderbock
Widderbock
Fotos: T. Reich (WSL)

Bei Biotopbewertungen müssen Planer, Naturschützer und Behörden meist ohne zooökologische Daten auskommen, weil schon bescheidene gesicherte Aussagen mit grossem Aufwand verbunden sind. Das liegt vor allem an der Diskrepanz zwischen den Erwartungen von Auftraggebern, Planern und Zoologen an die Reproduzierbarkeit, d.h. die Zuverlössigkeit von planungsrelevanten Aussagen. Probleme bei der Biotopbewertung ergeben sich sowohl auf den Stufen Datenerhebung (Standardisierung, Verhöltnis von Aufwand zu Aussagekraft) wie Datenerhebung (Auswahl der Kriterien und Messgrössen, Skalierung), und ganz besonders bei der Dateninterpretation (ethische und ökologische Wertung).

Ziel

Faunistische Bewertung von intensiv genutzten und naturnahen Biotopen nach agroökologischen und naturschützerischen Kriterien. Erarbeiten von Inventurmethoden, die standardisierte und damit vergleichbare Bewertungskriterien für verschiedenartigste Landschaftselemente ermöglichen. Instrument für Simultanvergleiche (z.B. Transekte) und Sukzessivvergleiche (Erfolgskontrollen, impact studies).

Wissenschaftliche Methode

Für diverse Fang- und Registriermethoden (Barberfallen, Klebgitterfallen, Fensterfallen, Gelbschalen, Lichtfang, Kescherfang, Klopfproben, Quadratflächenmethode) werden EDV-Programme entwickelt, die eine standardisierte Abfrage- und Auswertung von Rohdaten aus relationalen Datenbanken erlauben. Optimierungsprogramme erlauben ein Minimalisieren des Fangaufwandes.

Stand der Arbeiten

Die aus allen Projekten der Gruppe Fauna anfallenden Rohdaten werden laufend in dieses Projekt inkorportiert. Durch den Austritt von Frau Frech ist der Ausbau der relationalen Datenbank ins Stocken geraten. Für die faunistischen Daten der Versuche im Fricktal (1983 - 1986, 1990) liegt ein Schlussbericht zuhanden des Kt. AG vor.

Hauptprodukt ist das "Minimalprogramm 3+2", eine standardisierte faunistische Inventurmethode zur Indikation der Biodiversitöt eines Lebensraumes (Poster Forum für Wissen 1995 WSL, Jahrestagung Schweiz. Ent. Ges. Basel 1995).

Arbeiten 1995/96
  • Sobald die Datenbank steht, werden die umfangreichen Daten der Versuche im Limpachtal (Projekt Faunenaustausch), in den Windwurfflächen (1991-1994) und aus dem Waldrandprojekt (1994/95) analg zum Schlussbericht Fricktal ausgewertet. Auch Daten aus externen Studentenarbeiten werden eingebaut. Ziel ist eine methodische Anleitung für Fauneninventare, mit Referenzwerten für verschiedene Tiergruppen in verschiedenen Biotoptypen des schweizerischen Mittellandes.
Arbeiten 1996/97
  • Die Datenbank steht!
  • Daten aus den Grossprojekten "Limpach" und "Sisseln" sind eingelesen, ebenso die Daten aus dem Projekt "Waldrandbiodiversität". Erste übergreifende Auswertungen erlaubten eine Publikation über die Korrelation bestimmter Arthropodengruppen mit der in einem Habitat zu erwartenden Gesamtartenzahl, sowie eine Publikation über vergleichende Methodik, Rarefaktion und Optimierung des Fangaufwandes und Fangzeitpunktes. Weitere Publikationen sind in der "pipeline"...
Arbeiten 1997/98
  • Weitere, auch externe Daten harren noch des Importes in die Datenbank. Damit soll ein umfassender Katalog über Inventurmethoden erarbeitet werden. Ausserdem sollten dringend auch die Sturmdaten importiert und vergleichend ausgewertet werden.

Stand der Kenntnisse

Ähnliche Untersuchungen laufen in der BRD, in Belgien und Grossbritannien. Bisher wurden von uns zu diesem Projekt 6 Arbeiten publiziert, u.a.: Duelli et al. Minimalprogramme für die Erhebung und Aufbereitung zooökologischer Daten. Zudem entstanden 5 Diplomarbeiten.

Bedeutung für die Praxis und Forschung

Viele der über 200 Ökobüros in der Schweiz führen im Rahmen von UVPs, Ausscheidungen von Naturschutzgebieten oder beim Vergleich landwirtschaftlicher Anbaumethoden Biotopbewertungen durch. Objektivität und Vergleichbarkeit werden verbessert, wenn standardisierte Verfahren und Referenzwerte vorliegen. Für faunistische Langzeitbeobachtungen (Monitoring) sind Minimalprogramme eine unabdingbare Voraussetzung.

Mitarbeitende

Intern

  • Peter Duelli
  • Martin Obrist
  • Peter Wirz

Extern

  • Universität Basel: M. Studer, 5 Diplomanden
  • achtzehn externe Spezialisten für die Identifikation verschiedener Wirbellosengruppen
  • Kt. Aargau: Kontrollprogramm NLS (Dr. R. Maurer)

Kontakt

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