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Verbreitung und Lebensraumansprüche einheimischer Fledermäuse
In einer grossangelegten Felduntersuchung wurden die Lebensraumansprüche von einheimischen Fledermäusen bioakustisch mittels einer synergetischen Mustererkennung erhoben und die Resultate mittels GIS analysiert. Zuvor wurde die an der WSL entwickelte Methodik validiert und dann parallel zur Felduntersuchung in Produkte weiterentwickelt. Um Fledermäuse in der freien Landschaft umfassend und standardisiert nachzuweisen, wurde ein synergetisches Arterkennungs-System entwickelt. Dabei werden die Peillaute der Fledermäuse mit Mikrofonen aufgezeichnet, mit einer Bilderkennungssoftware analysiert und von dieser mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit einer Fledermausart zugeordnet. Der Bilderkennung liegt ein «Synergetischer Computer» zugrunde, womit keine Hardware, sondern eine Klasse von Berechnungsverfahren bezeichnet wird. Zwei TeilprojekteIn einem ersten Teilprojekt wurde die neue Erkennungsmethodik mit den etablierten Methoden des Fangs und der Detektorinterpretation kombiniert, um eine Kreuzvalidierung der neuen Methode zu erhalten. Im zweiten Teilprojekt zum Monitoring der Nutzung von unterschiedlichen Lebensräumen durch Fledermäuse wurde nur noch die neue Erkennungsmethodik eingesetzt. In beiden Teilprojekten wurde auch das potenzielle Nahrungsangebot an Insekten durch Lichtfallenfänge quantifiziert. ResultateDie bei der Kreuzvalidierung verglichenen Methoden unterschieden sich stark in Aufwand und Aussagekraft. Die neue Erkennungsmethodik wies viele Arten nach und erlaubte ausserdem eine kontinuierliche Abschätzung der Aktivität durch die ganze Nacht. Die Detektorprotokolle, die je nach Protokollrhythmus grundsätzlich ebenfalls eine Aussage über den Aktivitätsverlauf ermöglichen, erforderten einen geringeren Aufwand. Die Qualität der Artbestimmung war mit dieser Methode jedoch am schlechtesten. Bei den Netzfängen wurde mit grossem Aufwand eine hohe Sicherheit bei der Artbestimmung erzielt, aber nur ein beschränkter Überblick über die Artenzusammensetzung gewonnen. Beim Monitoring konnten durch die automatische Analyse von 47210 Echoortungsrufen in 1388 Lautsequenzen insgesamt 1650 Artzuweisungen erfolgen. Diese ergaben total 16 Arten. Die weitaus am häufigsten anzutreffende Art war die Zwergfledermaus (Pipistrellus pipistrellus), 64% der sicheren Artnachweise betrafen sie, 86% die Gattung Pipistrellus. Insgesamt konnten im Verlauf der Erhebungen mit den unterschiedlichen Methoden 19 der 28 momentan in der Schweiz vorkommenden Fledermausarten nachgewiesen werden. Die höchste Rufaktivität wurde an Fliessgewässern und im Siedlungsraum, die geringste in Wäldern und über dem Kulturland registriert. Die anderen Lebensräume (Stehgewässer, Auenwälder, Waldränder, Obstanlagen) nahmen eine mittlere Stellung ein. Das potentielle Nahrungsangebot zeigte keinen deutlichen Einfluss auf die Aktivität. Weitere Auswertungen beziehen sich auf die artspezifische Aktivitätsverteilung und Artdiversität in den Lebensräumen sowie auf die temporalen Aktivitätsunterschiede. Publikation
Beteiligte
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