Mikrobielle Ökologie



Wurmkot
Abb. 1: Wurmkot ist die Grundlage für die Fruchtbarkeit unserer Waldböden.
Photo: B. Frey
Rhizobien
Abb. 2: Die Knöllchenbakterien (Rhizobien) in den Wurzeln von Leguminosen sind fähig atmosphärischen Stickstoff zu binden.
Photo: B. Frey
Bakterien
Abb. 3: Bakterien in Böden bestimmen viele ökologische Schlüsselfunktionen in globalen Stoffkreisläufen, so steuern sie die Mobilisierung von Stickstoff im Boden, produzieren klimarelevante Gase und bauen organische Schadstoffe ab.
Photo: B. Frey
Pilzsporen
Abb. 4: Pilzsporen sind wichtig für die Verbreitung von Pilzen. Arten können dank ihrer mikroskopisch kleinen Merkmalen auf der Oberfläche bestimmt werden.
Photo: B. Frey

Mikrobielle Gemeinschaften im Boden sind für viele ökologische Schlüsselfunktionen in globalen Stoffkreisläufen verantwortlich. Eingriffe des Menschen in das Oekosystem Boden finden täglich und überall statt. So verdeutlichen die gesellschaftlichen Fragestellungen wie die Erhaltung der Bodenfruchtbarkeit, der Abbau von Schadstoffen oder die Bildung von klimawirksamen Gasen aus Böden, wie grundlegend gute Kenntnisse der Mikrobiologie im Bereich des Bodens sind. So können bei ungenügender Kenntnis der ökologischen Zusammenhänge negative Auswirkungen auf den Boden nicht vorgesehen oder beurteilt werden.

Motivation
Ziele der mikrobiellen Oekologie

Im Mittelpunkt der Forschung steht die Frage: wodurch werden Bodenorganismen beeinflusst? Neben den Fragen zum Prozessverständnis - wer macht was, wo und wie - beschäftigen wir uns hauptsächlich auch mit den Auswirkungen von Bodenbelastungen auf die mikrobiellen Populationsstrukturen und mikrobiellen Prozessen. Das Ziel dieser Untersuchungen ist es, Indikatorenorganismen (Biomarker) zu finden, die ungünstige Bedingungen im Boden anzeigen. Dies ermöglicht eine frühzeitige Abschätzung der potentiellen negativen Auswirkungen auf Bodenlebewesen.

Laufende Projekte

Schwermetalle

Kritische Belastungsgrenzen und wirkungsbezogene Untersuchungen zu Schwermetallen

Mechanische Bodenbelastungen

Charakterisierung von mechanischen Bodenbelastungen durch schwere Erntemaschinen mittels mikrobiellen Populationsstrukturen

Gletschervorfelder

Mikrobielle Besiedlung und ihre Wirkungen auf die Verwitterung von Mineralien (CCES-Big Link)

Streuabbau

Abbau von Wurzelstreu auf den LWF-Flächen und entlang von Höhengradienten

Kohlenhydrat-Metabolismus in Wurzeln

Einfluss von oberirdischem Stress auf die Einlagerung von Stärke und Zucker in Pappelwurzeln

Methoden

Wir verwenden klassische Methoden wie Kultivierung auf künstlichen Medien zur Analyse mikrobieller Populationen. Diese Methoden erlauben zwar eine grobe morhologische und physiologische Charaktersierung, sie können aber keine Aussagen über die biologische Vielfalt und die natürlichen Verwandtschaften der verschiedenen Organismen machen. Dank der Entwicklungen in der molekularen Biologie können wir heute die Bakterienvielfalt auch ohne Kultivierung untersuchen. DNA, die gemeinsame Erbsubstanz (fast) aller Organismen, wird aus Umweltproben (z.B. Boden), direkt extrahiert. Mit Hilfe der PCR-Methode lassen sich aus dieser DNA bestimmte Gene isolieren, die Auskunft über die Vielfalt der Mikroflora geben. Die Auswirkungen einer Bodenbelastung untersuchen wir mittels genetischer Profling Methoden (T-RFLP, DGGE), welche die Veränderungen der Vielfalt messen. Indikatorenorganismen isolieren und identifizieren wir mittels Klonierung und Sequenzierung.

Einrichtungen

Unser Institut ist ausgezeichnet ausgerüstet, um mikrobiologische und molekulargenetische Studien durchzuführen:

Zentrallabor (im Hause):

Publikationen
Kontakt


© 2008 WSL | http://www.wsl.ch/fe/boden/schwerpunkte/microbial_ecology/index_DE | Last Update: 23.04.2008