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CCHydrologie– Natürlicher Wasserhaushalt der Schweiz und ihrer bedeutendsten Grosseinzugsgebiete (WHH-CH)

Die prognostizierte Klimaänderung wird einen bedeutenden Einfluss auf Schneedecke und Gletscher und somit auf die Wasserressourcen im gesamten Alpenraum haben.

Wie gross diese Änderungen in der Wasserverfügbarkeit sein werden (Trinkwasser, Wasserkraftproduktion, Schifffahrt, Landwirtschaft etc.) und wie genau sich die Abflüsse v.a. in Grosseinzugsgebieten zeitlich (saisonal) und mengenmässig verändern werden, ist bisher nur in Einzelfällen untersucht worden.

Pixelkarten Gesamtabfluss 2070 - 2099
Pixelkarten zur Veränderung des natürlichen Gesamtabflusses [mm/Jahr]. Mittelwert aller zehn Szenarien 2070 – 2099 minus Kontrollperiode 1980 – 2009 (hochaufgelöste Abbildung clicken)

Mit dem Ziel, basierend auf den heutigen aktuellen Klimaszenarien, für die verschiedenen Klimaregionen, Höhenstufen und geomorphologischen Ausprägungen in der Schweiz zeitlich und räumlich hoch aufgelöste Szenarien des Wasserkreislaufes und der Abflüsse zur Verfügung zu stellen, hat das Bundesamt für Umwelt BAFU die Studie CCHydrologie in Auftrag gegeben.

In Rahmen des von der WSL geleiteten Teilprojektes Natürlicher Wasserhaushalt der Schweiz und ihrer bedeutendsten Grosseinzugsgebiete ist folgenden Fragenstellungen nachgegangen:

  • Wie verändern sich der Wasserhaushalt und seine Komponenten in den grossen Einzugsgebieten der Schweiz?
  • Wie verändern sich die Gletscherflächen und –volumina und als Folge davon das Wasserangebot im Sommer in stark vergletscherten Einzugsgebieten?
  • Wie verändern sich die Abflussregimes und –volumina?
  • Wie verändert sich das Niedrigwassergeschehen?
  • Wie verändert sich das Hochwassergeschehen?
  • Wie verändern sich Hochwasservolumina?
  • Wie verändern sich entsprechend die statistischen Kenngrössen für Hochwasser und Niedrigwasser?

Für die Berechnung der hydrologischen Auswirkungen des Klimawandels sind neben den aktuellsten Klimaszenarien auch weitere relevante Randbedingungen zu berücksichtigen. Für die auf Messreihen basierende Simulation des Wasserkreislaufes bleiben die für die Parametrisierung eines hydrologischen Modelles notwendigen physiogeographischen Datengrundlagen während der gesamten Berechungsperiode (welche meistens einen Zeithorizont von 20 bis 30 Jahren abdeckt) in der Regel unverändert. Diese Annahme ist für nicht vergletscherte Gebiete unproblematisch. Der rapide Schwund der alpinen Gletscher seit Mitte der 70er Jahre stellt jedoch die Geltung solcher Annahmen für (stark) vergletscherte Gebiete in Frage. Trotz erfolgreicher Erfahrungen in Modellsimulationen (Verbunt et al. 2003) ist es notwendig gewesen, diese neuen Simulationsexperimente so zu konzipieren, dass die Veränderung der Gletscherflächen berücksichtigt wird. Für gekoppelte Anwendungen mit Klimaszenarien wird dieses Vorgehen als unerlässlich eingestuft (Stahl et al. 2008).

Abflussprojektionen CH 2070 - 2099
Projektionen für den Abfluss der Schweizerischen Grosseinzugsgebiete (Jahressummen). Schwarz für die Kontrollperiode 1980 – 2009, in Farbe die zehn Klimaszenarien (2070 – 2099). 1) Alpenrhein, Diepoldsau, 2) Ostschweiz, 3) Limmat, 4) Reuss, 5) Aare, Brugg, 6) Jura/Birs, 7) Engadin, 8) Rhône, 9) Lago Maggiore, 10) ganze Schweiz (hochaufgelöste Abbildung clicken)

Die vorliegende Studie fasst die Ergebnisse der folgenden Grosseinzugsgebiete zusammen: Alpenaare, Alpenrhein, Engadin, Jurarandseen, Limmat, Nordwestschweiz, Ostschweiz, Reuss, Rhône, Saane, Ticino, sowie die Region um das Wasserschloss im Kanton Aargau. In allen Fallbeispielen werden für die Zeiträume von 2021 – 2050 (nahe Zukunft), resp. 2070 – 2099 (ferne Zukunft) die lokalen meteorologischen Veränderungen und die daraus resultierenden Änderungen in der Vergletscherung, der Schneedecke und im Abfluss gegenüber der Kontrollperiode 1980 – 2009 simuliert.

Literatur

Stahl, K, Moore, R. D., Shea, J. M., Hutchinson, D. & A. J. Cannon 2008. Coupled modelling of glacier and streamflow response to future climate scenarios. Water Resources Research, 44 (W02422)

Verbunt, M., Gurtz, J., Lang, H., Warmerdam, P. & M. Zappa 2003. The hydrological role of snow and glaciers in alpine river basins and their distributed modeling. Journal of Hydrology, 282 (1-4)

Weiterführende Informationen

Extreme Projektbeteiligungen

Projektmitarbeitende

  • Luzi Bernhard
  • Massimiliano Zappa

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