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IMPRINTS: IMproving Preparedness and RIsk maNagemenT for flash floods and debriS flow events- EC FP7 project

Gämschtobel
Gämschtobel nach dem Unwetter vom 20. Juni 2007 (Foto: Chr. Rickli, WSL)

IMPRINTS verfolgt das Ziel einer verbesserten Vorbereitung und eines verbesserten operationellen Risikomanagements für Gewitterhochwasser und Murgangereignisse. Dadurch soll die Zahl der Todesfälle und die wirtschaftlichen Schäden, welche durch diese Naturgefahren verursacht werden, reduziert werden.

Um dies zu erreichen, werden im Rahmen von IMPRINTS Methoden und Werkzeuge entwickelt, die Risikomanagern und Entscheidungsträgern in Alarmzentralen und Unwetterwarndiensten unterstützen sollen frühzeitig die nötigen Massnahmen zu ergreifen.

Hintergrund

Um Hochwasservorhersagen machen zu können, braucht es viele Informationen. Einerseits müssen dem hydrologischen Modell die Eigenschaften des jeweiligen Einzugsgebiets bekannt sein, u. a. sind dies Topographie, Landnutzung und Bodeneigenschaften. Auch der hydrometeorologische Zustand des Einzugsgebiets hat einen Einfluss auf das zukünftige Abflussverhalten des Einzugsgebiets. Ist der Boden schon gesättigt, trägt zusätzlicher Regen sofort zum Abfluss bei. Um Vorhersagen über den zukünftigen Abfluss machen zu können sind jedoch nicht nur die vergangenen Witterungsbedingungen von Bedeutung, sondern auch die aktuellen Wettervorhersagen.

Die Wettervorhersagen geben dem hydrologischen Modell einen Rahmen der wahrscheinlichen räumlichen und zeitlichen Verteilung von Niederschlagsereignissen und deren Intensität in der näheren Zukunft.

Die Problematik

Was wir alle schon selbst erfahren haben, ist dass wir uns nicht immer 100 % auf die Wettervorhersagen verlassen können. Sie sind mit zahlreichen Unsicherheiten verbunden. Abgeleitet werden die Wettervorhersagen aus Atmosphären Modellen. Da jedoch der aktuelle Zustand der Atmosphäre nicht exakt beschrieben werden kann, werden verschiedene Modellläufe mit leicht verschiedenen Anfangsbedingungen gerechnet. Daraus resultiert eine Schar oder ein Ensemble von möglichen Wetterszenarios. Diese fliessen anschliessend in das hydrologische Modell ein und ergeben wiederum eine Bandbreite von wahrscheinlichen Abflüssen. Solche Vorhersagen werden probabilistische Vorhersagen genannt. Die Unsicherheiten welche ihren Ursprung in der Beschreibung des Atmosphärenzustandes haben, pflanzen sich durch die Modellkette fort und vergrössern sich. Lokale Gewitterereignisse können mit solchen Modellen jedoch nur schwer vorhergesagt werden. Aus diesem Grund werden Ensembles Radarniederschlagsvorhersagen für Vorhersagen im Kürzestfristbereich (Nowcasting) verwendet. Sie sind eher in der Lage die Entwicklung von Gewitterzellen zu verfolgen und lassen lokalere Niederschlagseinschätzungen zu.

Weitere Unsicherheiten die in ein flächendifferenzierten hydrologischen Modell einfliessen, stammen aus den Annahmen über den momentanen Zustand des Einzugsgebietes und aus der Parametrisierung des Modells selbst.

Was ist zu tun

Das Ziel ist nun diese Unsicherheiten besser quantifizieren zu können und damit die Genauigkeit von Hochwasservorhersagen zu erhöhen. Sie sollen Aussagen über die Wahrscheinlichkeit von einzelnen Szenarien geben können, um so die Planung und Entscheidungsfindung von Unwetterwarndiensten und Alarmzentralen zu erleichtern.

Verwendete Modelle

Testgebiete in der Schweiz

Das Projekt ist allgemein sehr praxisorientiert. So sind auch die künftigen Anwender der zu entwickelnden Methoden und Werkzeuge am Projekt beteiligt. In der Schweiz sind dies das Departement Bau und Umwelt des Kanton Glarus (www.gl.ch), die Verzasca SA und die Azienda Elettrica Ticinese (www.aet.ch) mit den entsprechenden Testgebieten Linth bis Mollis und Verzasca bis Lavertezzo.

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