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Notfallkonzept Illgraben

Ereignis vom 8.8.2007 im Illgraben
Aktivierung der Warnlampen und Sirenen durch das stark Geschiebe führende Hochwasser im Illgraben vom 8. August 2007. Auch bei kleineren Ereignissen sind Personen, die sich im oder nahe am Gerinne aufhalten, stark gefährdet.
(Bild: A. Badoux, WSL)

Für den Kegelbereich des Illgrabens wurde zum Schutz vor Murgängen ein Notfallkonzept erarbeitet und ein zugehöriges Alarmierungssystem installiert. Es überbrückt die Zeit bis zur Realisierung von baulichen Massnahmen und bezweckt die Minimierung der bei einem Murgangereignis zu erwartenden Personenschäden unter Berücksichtigung des verbleibenden Restrisikos.

Ausgangslage

Die im Kegelbereich des Illgrabens gelegenen Siedlungen, Infrastruktur- und Freizeitanlagen sind durch die regelmässigen Murgänge des Illgrabens gefährdet. Daher wurde im Auftrag der Dienststelle für Strassen- und Flussbau des Kantons ein Schutzkonzept erarbeitet, welches mögliche Ereignisszenarien und die daraus resultierende Gefährdung, Schutzziele und Schutzmassnahmen aufzeigt. Daneben unterhält die WSL seit 2000 im Illgraben ein Beobachtungs- und Messnetz, mit welchem zahlreiche Ereignisse erfasst werden konnten. Das grösste Ereignis lag dabei hinsichtlich Volumen in der Grössenordnung eines 30-jährlichen Murganges. Im Rahmen des Schutzkonzeptes wurden verschiedene bauliche Schutzmassnahmen vorgeschlagen. Die wichtigsten dieser Massnahmen werden im Laufe der nächsten Jahre realisiert. Um bereits während der Planungs- und Realisierungsphase eine bedeutende Reduktion des aktuellen Risikos von Personenschäden zu erreichen, wurde das vorliegende Notfallkonzept in Auftrag gegeben.

Erstellung des Notfallkonzepts

Eine Proge bestehend aus dem Ingenieurbüro Teysseire & Candolfi AG in Visp und der WSL setzt das Notfallkonzept in vier Phasen um. In einem ersten Schritt wurde ein Vorprojekt erstellt. Nach der Genehmigung durch die Gemeinde folgten eine Implementierungs- und eine Optimierungsphase des Systems.

Aufbau

Das Konzept umfasst ein Alarmierungssystem inkl. Instrumentierung des Illgrabens und Notfallmassnahmen.

Das Alarmsystem enthält vier Komponenten bzw. Ebenen:

1. Organisatorische Massnahmen

    a. Permanente Massnahmen (z.B. Information, Signalisierung)

    b. Temporäre Massnahmen während kritischer Situationen (z.B. temporäre Zutrittsverbote, Evakuationen)

2. Murgang-Detektionssystem
3. Einzugsgebiets-Beobachtung
4. Meteo-Prognose