|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Standorte
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
news box2012 events in Riascio, Illgraben und Dorfbach -> Daten und Bilder folgen
. ************************** 2011 11.9.2011 event in Riascio 19.7.2011 event in Illgraben 13.7.2011 events in Illgraben und Riascio 29.6.2011: event in Illgraben 22.6.2011: event in Riascio 18.6.2011: event in Riascio 4.6.2011: event in Dorfbach 31.5.2011: event in Illgraben 22.07.2010: event in Illgraben Juni 2010: events in Riascio 02.05.2010: event in Riascio 09.08.2009: event in Illgraben
event in Illgraben 17.7.2009: event in Illgraben
6.6.2009: debris flows in Preonzo
Murgangbeobachtungsstation Riascio, Blenio (TI)
Der Riale Riascio mündet südlich von Olivone in den Brenno. Er entwässert ein kleines, westexponiertes und steiles Einzugsgebiet im Bleniotal (TI). Im Durchschnitt treten alle zwei Jahre im Spätsommer und Herbst kleinere und mittlere Murgänge auf. Im August 2009 hat sich ein Bergsturzereignis von ca. 200'000 m3 ereignet. Dadurch liegt zusätzliches Lockermaterial bereit, welches in Form von Murgängen zu Tal geführt werden kann. Aus diesem Grund wurde anfangs September 2009 eine einfache automatische Murgangbeobachtungsstation auf dem Kegel eingerichtet, welche die Behörden über ein grösseres Murgangereignis informiert. Im Rahmen der Masterarbeit von Benjamin Stricker am Geographischen Institut der Universität Zürich wurden Murgänge im Wildbachsystem Riascio (Fig1) untersucht. Ziele der Studie waren:
Die Ereignisanalyse zeigte eine hohe Murgangaktivität in der Zeit zwischen 1978 und 1987 sowie seit 2006 mit maximalen Ereignisvolumina von 100‘000 m3 in den Jahren 2003 und 2007 (Fig 2). Die aktuell exportierten Murenfrachten unterstreichen die im Vergleich mit anderen Wildbächen ausserordentlich hohe Murgangaktivität im Riascio. Die grösste Aktivität in den Achtzigerjahren wurde zwischen Mitte August und Mitte September verzeichnet. In den vergangenen 10 Jahren lag der Ereignisschwerpunkt in den Monaten Juli und August. Seit rund 5 Jahren ereignen sich Murgänge tendenziell noch früher im Jahr (Mai bis Juli). Diese saisonale Verteilung von Murgangereignissen korrespondiert gut mit der aktuellen Verteilung von Starkniederschlägen. Die Analyse des Auslösefaktors Niederschlag umfasste die Ermittlung eines Niederschlagsgrenzwertes und eine Untersuchung weiterer hydrologischer Einflüsse, insbesondere der Niederschlagsvorgeschichte. Verwendet wurden Niederschlagsdaten von Comprovasco (10-Minuten-Summen) und Olivone (Tagessummen). Eine Niederschlagsmessstation im Untersuchungsgebiet stand nicht zur Verfügung. Niederschläge von grosser Intensität erwiesen sich als primäre Auslösefaktoren von Murgängen im Riascio (Fig 3). Zusätzlich ist in einigen Fällen ein Einfluss der Niederschlagsvorgeschichte wahrscheinlich. Feststoffpotential ist im Anrissgebiet der Murgängen praktisch unbeschränkt vorhanden, wobei nach dem Felssturz 2009 diesbezüglich eine besonders günstige Disposition anzunehmen ist (Fig 4a und Fig 4b). Mit einem Luftbild von Anfang September 2009 und einem daraus generierten digitalen Oberflächenmodell wurde das im Anrissgebiet der Murgänge abgelagerte Felssturzvolumen auf rund 200‘000 m3 quantifiziert. Daraus und mittels empirischer Formeln wurde ein Schätzwert für eine maximal zu erwartende Murenfracht abgeleitet.
Die Modellierung bestand in den drei Schritten Murgangparametrisierung, Modellkalibrierung und Szenarien-Berechnung. Die Murgangparametrisierung mittels dokumentierter Ereignisse und empirischer Formeln schaffte die Ausgangslage für die Szenarienbildung. Eine Modellkalibrierung war zur Ermittlung gebietsspezifischer Inputparameter erforderlich. Sie bestand in der bestmöglichen Nachbildung der zahlreichen dokumentierten Ereignisse durch das Modell. Die Ergebnisse der Kalibrierung und der berechneten Szenarien ermöglichten Rückschlüsse auf das potentielle Fliessmuster grosser Ereignisse, insbesondere hinsichtlich Reichweite und Fliessgeschwindigkeiten (Fig 5). Besonders plausible Resultate wurden mit Szenarien erzielt, welche den Verlauf eines Ereignisses in mehreren Schüben abbildeten. Unsicherheiten bestanden unter anderem hinsichtlich der modellierten Abflusstiefe und aufgrund unvermeidbarer Vereinfachungen (z.B. Nicht-Berücksichtigung der Brücke), wie sie jede Modellierung mit sich bringt. Insgesamt wurden wichtige Erkenntnisse über die Möglichkeiten und Limiten der Murgangmodellierung mit RAMMS in einem konkreten Anwendungsfall mit hohem Detailgrad gewonnen und dokumentiert.
|