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Rockfall-X

Systemaufbau
Systemaufbau ROCKFALL-XTM
 
 
Messdatenerfassung
Versuchsaufbau der Fallversuche
 


ROCKFALL-XTM ist ein dämpfendes Steinschlagschutzelement, das für den permanenten, sowie auch temporären Bauwerkschutz zum Einsatz kommt. Es besteht aus übereinander geschichteten, durch Drahtseile miteinander verbundenen Altreifen mit dazwischen liegenden Drahtgeflechten.

Das System lässt sich sowohl horizontal bei Schutzdächern, als auch vertikal bei Schutzwänden einsetzen. Es kann bei Neubauten und bei der Ertüchtigung bestehender Bauten kostengünstig angewendet werden.

Durch das kleinere Eigengewicht von ROCKFALL-X werden die Bauwerke im Gegensatz zur üblichen Eindeckung mit Erdmaterial bedeutend geringeren statischen Belastungen ausgesetzt. Die Versuche haben nachgewiesen, dass Rockfall-X zwölf Mal wirksamer dämpft als Erdmaterial.

Das System übernimmt die Aufgabe, die durch Blockschlag auftretenden Punktlasten abzudämpfen und die entstehenden Kräfte grossflächig in das Bauwerk einzuleiten.

Kraftmessung

Während den Versuchen wurden auf der Bodenplatte mit Kraftmessdosen die Reaktionskräfte auf das Bauwerk ermittelt. Es handelt sich dabei um Ankermessdosen für Maximalkräfte von 600kN und 1000kN. Die Kraft wird durch das Eindeckungsmaterial über Stahlplatten in die Messdose eingeleitet. Die Datenerfassung wird manuell über die Software gestartet und es werden ca. 3 s lang 8000 Werte pro Sekunde und Dose aufgezeichnet.

Videomessung

Aus den Videodaten über die Bewegung des Wurfkörpers lassen sich der Bremsweg und die Bremszeit bestimmen. Mit Hilfe des Geschwindigkeit/Zeit Diagramms wird die maximale Abnahme der Geschwindigkeit pro Zeit bestimmt und dieser Wert entspricht der maximalen Verzögerung.

Resultate

Die Bremswege zeigen eine Abhängigkeit von der Fallhöhe und der Masse des Wurfkörpers. Werden die Bremswege mit zunehmender Fallhöhe (und zunehmender Energie) nicht mehr grösser, ist das Abbremssystem (ROCKFALL-X) an seiner Leistungsgrenze angelangt.

Die Bremszeiten sind bei diesen Versuchen hauptsächlich abhängig von der Fallhöhe. Dies vor allem bis zu einer Fallhöhe von 10 m. Die Unterschiede der Abbremszeiten bei 10 m und 15 m Fallhöhe unterscheiden sich kaum mehr wesentlich. Generell kann über die Bremszeit gesagt werden, dass diese bei den Versuchen mit grösserer Masse und gleichbleibender Anzahl der Lagen abnimmt.

Die Verzögerungen zeigen die Kapazitätsgrenze des Systems ROCKFALL-X deutlich, diese nehmen mit steigender Fallhöhe zu.

Allgemein liegen die Werte der maximalen Abbremskräfte bei der grösseren Masse auch über den Werten mit kleinerer Masse. Dies selbstverständlich nur bei gleicher Fallhöhe.

Vergleich Rockfall-X mit Erdmaterial

Der Vergleich der Resultate der Verzögerungen mit Erdmaterial (2009) und mit dem System ROCKFALL-X (2011) fällt bei den vergleichbaren Versuchen zu Gunsten des Systems ROCKFALL-X aus. Dies aus folgendem Grunde:

Beim Vergleich sind die Resultate mit gleichen Massen und gleichen Fallhöhen verglichen worden. Die Stärke der Aufprallschicht ist unterschiedlich. Sind es bei Erdmaterial 0.5-1.5 m so betragen die Stärken bei 10 -15 Lagen knappe 2-3 m. Alle für den Vergleich verwendeten Daten liegen im günstigen Bereich.

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