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Operationeller schneehydrologischer Dienst

SWE Map #1
Verteilung von Schneewasser-Ressourcen in der Schweiz (Analyse für den 19.1.2012)
 
 
SWE Map #2
Verteilung von Schneewasser-Ressourcen in der Schweiz relativ zu langjährigen Mittel (Analyse für den 19.1.2012)

Das SLF betreibt einen operationellen schneehydrologischen Dienst (OSHD), der in die Forschungsgruppe "Schneehydrologie" integriert ist. Der OSHD analysiert laufend die räumliche und zeitliche Verteilung von Schneewasserressourcen in der Schweiz und trägt damit zu einer verbesserten hydrologischen Vorhersage und vorausschauenden Gewässerregulierung bei.

Motivation

In der Schweiz fällt grob ein Drittel des Gesamtjahresniederschlags als Schnee. Damit stellt Schnee einen wichtigen Teil des Wasserkreislaufs dar. Die Schneeschmelze beeinflusst die saisonale Abflussdynamik und kann - oft in Kombination mit anderen Faktoren wie etwa starken Niederschlägen - zu Frühlingshochwasser führen. Ueberschwemmungen wie beispielsweise im Mai 1999 haben gezeigt, wie wichtig die Schneehydrologie für das Wasserregime in der Schweiz ist. Diese Erkenntnis hat dazu geführt, dass heute das Monitoring von Schneewasserressourcen durch den OSHD fester Bestandteil der Hochwasservorhersage des BAFU geworden ist. Da der OSHD durch das SLF betrieben wird, können wesentliche Synergien mit dem Lawinenwarndienst (LWD) genutzt werden.

Operationelle Analysen

Der OSHD erstellt regelmässig schneehydrologische Bulletins, welche eine Reihe unterschiedlicher Produkte enthalten. Karten geben die aktuelle Verteilung des Schneewasseräquivalents (SWE) wieder, entweder in absoluten Werten oder relativ zum langjährigen Mittel (s. Abbildungen oben). SWE Klimatologien beschreiben die zeitliche Entwicklung des aktuellen Schneewasserspeichers und erlauben einen Vergleich zu vergangenen Wintern. Ausserdem liefern die schneehydrologischen Bulletins auch räumliche Informationen zum Zustand der Schneedecke. Denn nur eine Schneedecke, die Schmelzwasser zu generieren und abzugeben vermag, ist auch für kurzfristige Abflussprognosen relevant. Die Bulletins werden zu Handen des Bundesamtes für Umwelt (BAFU) erstellt, wo sie direkt in die hydrologische Lagebeurteilungen des BAFU einfliessen

Methoden

Die OSHD Analysen basieren vorwiegend auf Schneedaten verschiedener Messnetze und reflektieren daher eher Beobachtungs- und Messdaten als modellierte Daten auf Basis von Niederschlagsinformationen. Um diese Daten besser in hydrologische Modelle integrieren zu können, verwenden wir ein Datenassimilierungssystem, mit dessen Hilfe Stationsdaten zu Gitterinformationen aggregiert werden können. Das System ist mit einem Schneeschmelzmodell gekoppelt und ermöglicht Kurzfristprognosen auf der Basis von COSMO Wettervorhersagedaten. Mehr Information zu unseren Modellen finden sich hier.

Organisation und Zusammenarbeit

Der OSHD ist in die Vorhersage- und Warntätigkeit der Fachstellen des Bundes integriert, welche sich im Lenkungsausschuss Intervention Naturgefahren (LAINAT) koordinieren. Im Bereich Hydrologie arbeiten vor allem das Bundesamt für Umwelt (BAFU), das Bundesamt für Meteorologie und Klimatologie (MeteoSchweiz), sowie das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung (SLF) eng zusammen. Hochwasserbezogene Warnungen werden unter Einbezug dieser Fachstellen je nach Gefahrenstufe durch das BAFU oder gemeinsam ausgegeben. Bei aussergewöhnlichen Ereignissen wird der Fachstab Naturgefahren aktiv. Er vernetzt die Fachstellen während eines komplexen Naturereignisses und ermöglicht eine gesamtheitliche fachliche Beurteilung der Gefahrensituation.

Links

OSHD Team

  • Dr. Tobias Jonas
  • Dr. Nora Helbig
  • Dr. Adam Winstral
  • Dr. Jan Magnusson
  • Nena Griessinger

Kontakt

 

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