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Analyse von Murgangsgeschwindigkeiten aufgrund KurvenüberhöhungHintergrund und Motivation
Ein risikobasierter Umgang mit Naturgefahren bedingt eine fundierte Kenntnis des potentiell gefährlichen Prozesses. Für Murgänge gilt die Ermittlung der dynamischen Prozessparameter, wie Fließhöhe, Fließgeschwindigkeit oder der Maximalabfluss als wesentlich, da sie helfen eine genauere Aussage über die Mobilität und den damit verbundenen Gefährdungsgrad eines Murganges anzugeben. Eine Möglichkeit zur Bestimmung von dynamischer Fließparametern liefern Spuren im Gelände (sogenannte stumme Zeugen) welche von bereits abgegangenen Murgängen zeugen. Wichtige Informationen über maximale Fließgeschwindigkeiten können beispielsweise aufgrund sichtbarer Kurvenüberhöhungen im Gerinne abgeleitet werden. Solch eine Kurvenüberhöhung zeigt sich in gekrümmten Gerinneabschnitten, wenn aufgrund der zentrifugalen Beschleunigung der bewegten Masse die Fließhöhe der Innenkurve geringer ist als die Fließhöhe der Außenkurve. Ziel dieses Projektes ist es, das Phänomen der Kurvenüberhöhung in Experimenten nachzustellen. Von den Ergebnissen wird eine Verbesserung der Methodik zur Erhebung von Fließparametern im Gelände erwartet. Weiters sollen die Resultate zu präziseren Eingangsparametern von dynamischen Simulationsmodellen zur Bestimmung der Reichweiten und Anprallkräften von Murgängen beitragen. Kurzvideo eines Laborversuches
Das Projekt wird vom österreichischen Wissenschaftfonds finanziert und im Rahmen eines Mobilitätsstipendiums (J3089) von Dr. Christian Scheidl als Gastwissenschaftler an der WSL durchgeführt. Die gesamte Projektzeit beläuft sich auf 18 Monate und wird von Dr. Dieter Rickenmann sowie Dr. Brian McArdell betreut. Das physikalische
Model im Labor der WSL
Murgänge sind gravitative Massenbewegungen. Das physikalische Modell ist daher einer Rutsche ähnlich, bestehend aus einem Startbehälter und einer Messstrecke in der das Material abfliesst . Der Startbehälter, sinngemäss am oberen Ende der Rutsche, enthält das Murgangsmaterial, welches infolge der Schwerkraft nach Öffnen des Behälters durch die Messstrecke fliesst. Die Messstrecke besteht aus einem halbkreisförmigen Rohr mit einem Durchmesser von 0.17 m und hat eine Länge von 9 m. Im Sinne der Aufgabenstellung des Projektes weist die Messstrecke zwei Kurven auf - mit Radien von 1.5 m (obere Kurve) bzw. 1.0 m (untere Kurve). Um der Komplexität eines Murganges Rechnung zu tragen, werden Materialmischungen (Feststoffe und Wasser) für die Laborversuche variiert. Durch Änderung der geometrischen Rahmenbedingungen des Labormodells (Neigungen, Kurvenradien und Kurvenlängen) soll eine große Bandbreite an natürlichen topographischen Gegebenheiten abdeckt werden. Aussichten und KooperationenDie Resultate der Laborexperimente werden anschließend mit den Fliessparametern von beobachteten Murgängen in bestehenden Feldforschungsstationen in der Schweiz sowie in Österreich und Spanien verglichen, und zum Testen bestehender Gleichungen zur Ermittlung der maximalen Fließgeschwindigkeit aufgrund von Kurvenüberhöhungen verwendet. Projektmitarbeitende
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