Link zu WSL Hauptseite Eidg. Forschungsanstalt für Wald, Schnee und Landschaft WSL
 

SEDRIVER – Einfluss des Klimawandels auf Gebirgsflüsse

Video Sedriver klein
Video über das Projekt Sedriver auf NFP61.CH

Mit dem Klimawandel werden sich das zeitliche Auftreten und möglicherweise die Grösse von Hochwassern verändern. Auch wird eine Zunahme der von den Flüssen verfrachteten Mengen an Kies und Sand erwartet. Massnahmen gegen Hochwasser müssen also angepasst werden. Hochwasser und Sedimenttransport beeinflussen auch die Lebensbedingungen der Fische. Wie sehen diese Auswirkungen aus?

Hintergrund

Der Klimawandel wird in den kommenden 40 bis 100 Jahren die Hochwasser und somit den Transport von Sedimenten in Gebirgsflüssen beträchtlich beeinflussen. Eine intensivere atmosphärische Zirkulation könnte zu häufigeren und grösseren Hochwassern führen. Zudem wird durch das Abschmelzen der Gletscher und des Permafrostes Schutt freigelegt, der abtransportiert werden kann. Das führt dazu, dass viele Gebirgsflüsse mehr Kies und Sand transportieren werden. Bestehende Schutzmassnahmen werden durch erhöhte Geschiebemengen früher überlastet. Die Veränderung des Sedimentaufkommens in den Flüssen wird auch die Lebensbedingungen der Fische beeinflussen. So können Hochwasser im Winter und Frühjahr den Erfolg der natürlichen Fortpflanzung beeinträchtigen. Die genauen Auswirkungen sind allerdings noch kaum bekannt.

Ziele und Methoden

In diesem Projekt werden die Folgen des Klimawandels für den Sedimenttransport und für die Qualität der Fischhabitate untersucht. Dabei analysieren wir wie Starkniederschläge, Schneeschmelze, Gletscherrückgang und Veränderungen in der Vegetation den Eintrag von Sedimenten in Gebirgsflüsse beeinflussen. Mit einem Modell werden Sedimentbilanzen ausgewählter Flussgebiete berechnet, und es wird bestimmt, wie das veränderte Sedimentaufkommen im Fluss den Fortbestand von Bachforellenpopulationen beeinflusst. Die Modellberechnungen werden wir mit Daten von vergangenen Hochwasserereignissen in den Alpen und mit Messungen zum Zustand der Fischhabitate vergleichen.

Bedeutung

Das Projekt soll die Kenntnisse zu den verschiedenen Auswirkungen des Klimawandels in Einzugsgebieten von Flüssen im Gebirge verbessern. Die Resultate liefern wichtige Grundlagen, um in Gebirgsflüssen einerseits Gefahren zukünftiger Hochwasser mit Geschiebeverfrachtung abzuschätzen, und andererseits die Lebensbedingungen für Fische zu beurteilen. Damit können Empfehlungen für ein ökologisches und integrales Management von Einzugsgebieten unter Berücksichtigung des Klimawandels formuliert werden.

Partnerprojekt

In einem vom Bundesamt für Umwelt BAFU finanzierten Partnerprojekt an der EPF Lausanne wird unter der Leitung von Prof. A. Schleiss der Einfluss der veränderten Geschiebeverfügbarkeit in alpinen Gebirgsflüssen auf das Versagens­risiko von Uferschutzmassnahmen untersucht. Weiterführend sollen Strategien betrachtet werden, mit denen man diesen neuen Versagensrisiken begegnen kann. Hierbei sind vor allem Kosten-Nutzen-Funktionen sowie Aspekte der Nachhaltigkeit zu berücksichtigen.

Projektlinks

Projektkooperation

Projektmitarbeiter

  • Alexandre Badoux (EPFL)
  • Jens Turowski

Kontakt