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Hydrometeorologische Analyse des Ereignisses vom 10.-11. Oktober 2011

Milibach
In Wiler (Lötschen) trat der Milibach am 10. Oktober über die Ufer (Jules Seiler, Geoplan AG)

Das Unwetterereignis vom 10. Oktober 2011 hat schwere Schäden im Wallis, im Berner Oberland und in der Zentralschweiz ausgelöst. Aus ersten direkt nach dem Hochwasser vor Ort durchgeführten Dokumentationen geht hervor, dass die meteorologische Situation, welche zum Unwetter geführt hat, relativ gut bekannt ist und dass auch die resultierenden Abflüsse weitgehend erfasst sind. Was die Ausgangsbedingungen der Bodenfeuchte, die daraus erfolgenden Abflussbildungsprozesse sowie die genaue Rolle der Schneedecke in den Schadensgebieten angeht, bestehen jedoch noch Wissenslücken, die es anhand der mehrstufigen, überregionalen Analyse zu füllen gilt. Die Strategie des Bundesamtes für Umwelt BAFU in der Naturgefahrenprävention misst den Ereignisanalysen ein grosses Gewicht bei. Ausserordentliche Ereignisse bieten einmalige Gelegenheiten, um die Ursachen und Auswirkungen seltener Naturkatastrophen zu untersuchen. Die Analysen früherer Ereignisse bilden die Grundlage für ein integrales Risikomanagement.

Die Ereignisanalyse wurde vom Bund, vertreten durch das BAFU, in Auftrag gegeben. Als besonders wichtig erweist sich in dieser Studie auch die Bewertung der erfolgten meteorologischen und hydrologischen Vorhersagen und Warnungen sowie die diesbezüglichen Optimierungsmöglichkeiten. Konkret soll die überregionale Ereignisanalyse von verschiedenen Fachstellen in vier Modulen bearbeitet werden:

  • Meteorologische Analyse durch die MeteoSchweiz
  • Schneehydrologische Analyse durch das WSL-Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF sowie das geowissenschaftliche Büro geo7
  • Hydrologische Analyse durch die Eidg. Forschungsanstalt WSL und das geowissenschaftliche Büro geo7
  • Analyse der operationellen Abflussvorhersagen durch das Bundesamt für Umwelt

Erwartet werden ein besseres Verständnis des schneegeprägten, hydrologischen Ereignisses und die Verbesserung der hydrologischen Vorhersage. Die Untersuchungen sollten im Verlaufe des zweiten Halbjahres 2012 abgeschlossen werden und das Projekt endet im März 2013.


Projektmitarbeitende

  • Alexandre Badoux
  • Tobias Jonas
  • Massimiliano Zappa
  • Markus Hofer

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