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Landnutzungs-/Landschaftswandel und TechnologieTechnologie ist allgegenwärtig. Andererseits ist Technologie zu verschiedenen Graden endogenisiert. Das heisst, für diejenigen, die eine Technologie entwickelt haben ist sie verständlich und formbar. Für andere bleibt diese Technologie eine ‚black-box’, also etwas in das sie keine Einsicht bzw. auf das sie keinen Einfluss haben. Dasselbe gilt für Technologien, die bei der wissenschaftlichen Betrachtung von Land-use/cover change (LUCC) eine Rolle spielen (landwirtschaftliche Produktionsmethoden, Bauleitplanungen, Managementalgorithmen, Infrastrukturen), sogenannte ‚technologische treibende Kräfte’ (Tech DF). Auf der einen Seite sind Tech DF heute zu einem hohen Grad endogenisiert, auf der anderen Seite ist es für Forschende zum Thema LUCC unmöglich alle Tech DF und ihre Endogenisierungsgrade in quantitativen Modellen darzustellen. Besonders dann nicht, wenn diese Modelle nicht eine einzige Fallstudie betreffen, sondern eine Vielzahl.
Technologische treibende Kräfte des land-use/cover change (Landnutzungswandel) Bei der wissenschaftlichen Betrachtung von LUCC
geht man von sogenannten treibenden Kräften aus. Diese bewirken einen
Landnutzungswandel. ‚Technologische treibende Kräfte (Tech DF)’ bezeichnen dabei eine von mehreren, von
einander abhängigen Kräften. Neben den Tech DF, werden politische, natürliche, ökonomische und
kulturelle treibende Kräfte unterschieden. Wir fassen Technologie nicht nur als etwas
materielles und technisches auf, sondern auch als etwas soziales und
politisches, organisationelles. Also, zum Beispiel landwirtschaftliche
Produktionsmethoden, Infrastrukturen, Praktiken, Repräsentationen, oder
auch Macharten von Forschungsdesigns. Unter dem Begriff LUCC verstehen wir einen
Wandel in der Art und Weise und Motivation von Landveränderung, sowie einen
Wandel des biophysikalischen Zustandes des Bodens. QuantifizierungsrationaleTech DF werden innerhalb von quantitativen LUCC Forschungsdesigns selten dargestellt, einerseits aufgrund des ‚black-box- Phänomens', andererseits, weil Tech DF schwierig zu quantifizieren sind. Die Mehrheit der neueren Forschung zum Verständnis von LUCC besteht aus quantitativer Forschung. Um die Repräsentation von Tech DF innerhalb quantitativer LUCC Forschungsdesigns zu verbessern, schlagen wir vor, Quantifizierungsrationalen von Konzeptionalisierungen abzuleiten. Das heisst, man geht nicht von einer realen Technologie aus und erarbeitet ihre Wirkungen und Anpassungen im Wechsel mit dem LUCC, sondern man deduziert diese Wechselwirkungen von einer Theorie, einer Konzeptionalisierung. Eine Konzeptionalisierung ist eine Abstraktion und gibt an aus welchem Bedeutungszusammenhang heraus Technologie und ihre Wechselwirkungen mit anderen verstanden werden muss. Konzpetionalisierungen enthalten dann auch Quantifizierungsrationalen. Das sind Informationen über die Art und Anzahl von Variablen, die notwendig sind, die Technologie und ihrer Wechselwirkung quantitative darzustellen. Zwei Konzeptionalisierungen: Technologischer Determinismus und KontextualismusEs gibt viele verschiedene Konzeptionalisierungen von Technologie. Da wir in diesem Projekt daran intressiert waren, die Rolle von Technologie im Zusammenhang mit LUCC zu verstehen und von einer interdisziplinären Synthese profitieren wollten, verwendeten wir zwei in der Technikgeschichte existierende Konzeptionalisierungen, die die Rolle von Technologie im Wandel von Umwelt und Gesellschaft zum Gegenstand haben: technologischer Determinismus und Kontextualismus. Technologischer Determinismus markiert eine extreme Position, nach welcher Landnutzungswandel durch Technologie hervorgerufen wird und nach welcher auf der ganzen Welt dieselben Zusammenhänge zwischen beiden bestehen. Technologischer Wandel ensteht allein durch technischen Fortschritt. Im Gegensatz dazu betont die Position des ‘Kontextualismus’, dass die Wechselwirkung von Technologie, Umwelt und Gesellschaft sehr spezifisch ist, je nach Kontext (Geographie, Praxis, Politik, Klima). Technologischer Wandel ist demzufolge auch generiert durch Landnutzungswandel. ResultateBeide Konzeptionalisierungen – Technologischer Determinisums und Kontextualismus – korrespondieren mit einer jeweils anderen Quantifizierungsrationale. Diese haben wir herausgearbeitet. Basierend auf einer Kontextualismus Konzeptionalisierung von städtischen Mittelspannungsnetzen und einer komparativ-statistischen Analyse konnten wir einen Zusammenhang zwischen Konzeptionalisierung, Quantifizierungsrationale und quantitativen Variablen herstellen. Ausschnitt aus einem Mittelspannungsnetz Quelle: Franziska Hasselmann, Torsten Hentschel
Wichtigste PublikationenHasselmann, F.; Csaplovics, E.; Falconer, I.; Bürgi, M.; Hersperger,
A.M., 2010: Technological driving forces of LUCC:
Conceptualization, quantification, and the example of urban power distribution
networks. Land Use Policy 27: 628-637.
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