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Reservatsysteme für den BiodiversitätsschutzDie Schweiz hat das Inventar der Trockenwiesen und -weiden 2010 in Kraft gesetzt. Es ergänzt andere Biotop- und Landschaftsinventare, die bereits in früheren Jahren erstellt wurden. In diesem Projekt wird untersucht, wie (1.) seltene Arten besser geschützt werden können, wie sich (2.) die Qualität der Inventare unter sich ändernden Bedingungen erhalten lässt und wie sich (3.) Biotope vernetzen lassen um die Metapopulationsdynamik zu verbessern.
Zum ersten Thema - wie sich seltene Arten im Rahmen des Trockenwiesenschutzes besser berücksichtigen lassen – wurde für die „Trockenwiesenpost“ (siehe http://www.bafu.admin.ch/publikationen, Publikationensuche „Trockenwiesenpost“) mit folgendem Text zusammengefasst: „Die Flora- und Faunaexperten der Trockenwiesenprojektes legten 326 Zielarten fest (Stand 13. Oktober 2005), die für Trockenwiesen und -weiden charakteristisch sind und denen bei der Umsetzung besondere Aufmerksamkeit geschenkt werden soll. Die Artenliste umfasst 211 Blütenpflanzen, 28 Schmetterlinge, 25 Heuschrecken, 24 Moose, 13 Schnecken, 12 Flechten, 7 Reptilien und 6 Vögel. Für jede dieser Zielarten ist einigermassen bekannt, in welchen Kartierflächen des „Verbreitungsatlas der Farn- und Blütenpflanzen der Schweiz“ (Welten und Sutter, 1982) sie vorkommt. Hier wird die Aufgabe gelöst, eine möglichst kleine Gruppe dieser Flächen zu bestimmen, so dass jede Zielart mindestens ein mal in der Gruppe vorkommt. Für den Trockenwiesenschutz sind vor allem Flächen mit Clustern von nahe beieinander liegenden TWW-Objekten geeignet, denn derartige Cluster könnten als „Kern“ für Vorranggebiete verwendet werden. Dort könnte dem Schutz der Zielarten besondere Beachtung geschenkt werden. Die Karte zeigt, wie man derartige Kartierflächengruppen zusammenstellen kann: Wählt man alle 26 dunkelgrauen und zufällig 4 der 15 hellgrauen Flächen aus, dann hat man in mehr als 99% der Fälle alle bis auf zwei Zielarten erwischt. Wählt man unter den hellgrauen Flächen besonders „geschickt“ aus - man muss dazu wohl auf eine angemessene regionale Verteilung achten - kann man sogar alle Zielarten abdecken. Ein Beispiel geben die vier umrandeten Flächen. Werfen wir noch einen Blick auf die räumliche Verteilung der eingefärbten Flächen. Die herausragende Bedeutung des Walliser Haupttals und seiner südlichen Seitentäler fallen auf. Sämtliche ins Mittelmeer entwässernde Täler sind wichtig. Auch die inneralpinen Täler Graubündens dürfen nicht fehlen. Aus dem Jurabogen sind eine repräsentative West-Ost-Verteilung und die Grenzgebiete gegen Frankreich notwendig. Die Nordalpen und das Mittelland haben nur eine geringe Bedeutung. Regionen, die Vorranggebiete planen, können aus diesem Material herauslesen, wo Vorranggebiete für den Artenschutz besonders wertvoll sind. Die Artenlisten (Beilage) bieten Angaben, um konkrete Artenschutzziele zu entwerfen. Beispielsweise kommt die wulstige Kornschnecke (Granaria frumentum) innerhalb der eingefärbten Flächen nur am Bielersee vor. Technisch löste ich hier ein Set Covering Problem mit Hilfe einer Greedy-Heuristik. Eine Fachpublikation zum Thema ist in Vorbereitung. Begleitendes Material finden Sie unter ftp://ftp.wsl.ch/downloads/dalang/trockenwiesenpost.“
Zum zweiten Thema wurde abgeschätzt, wie viel Ersatz geleistet werden muss, wenn eine Trockenwiesenfläche beispielsweise durch ein Bauprojekt zerstört wird. Mit dieser Untersuchung wird die im Leitfaden Umwelt (FUSSNOTE: Kägi, B., Stalder, A., Thommen, M., 2002. Wiederherstellung und Ersatz im Natur- und Landschaftsschutz, In Leitfaden Umwelt Nr. 11. Bundesamt für Umwelt, Wald und Landschaft, Bern. Internet: http://www.bafu.admin.ch/publikationen, Publikationensuche „Eingriffsregelung“) beschriebene Methode für die Trockenwiesen und –weiden präzisiert. Eine Fachpublikation ist in Vorbereitung. Zum dritten Thema wird mit Hilfe gängiger Metapopulationsmodelle untersucht, wie sich beispielsweise in Vorranggebieten (siehe dazu http://www.admin.ch/ch/d/gg/pc/documents/1479/Vollzugshilfe.pdf) die Vernetzung zwischen einzelnen Trockenwiesenbiotopen verbessern lässt, um z.B. den Schmetterlingen ein langfristiges Überleben zu ermöglichen. Dieses Teilprojekt steht noch in einer frühen Phase.
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