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Projektdauer: 2009 -

Räumliche explizite Grundlagen zur Alltagslandschaft

Die schweizerische periurbane Landschaft ausserhalb der Siedlungskerne ist ein komplexes Mosaik aus Landwirtschafsflächen, Wald und weiteren Landnutzungen. Durchsetzt ist dieses Mosaik mit vielen kleinen Objekten wie Bänken, Schilder und landwirtschaftlichen Verkaufsständen. Diese kleinen Objekte sind wichtig da sie zum Charakter und zur Qualität der periurbanen Landschaft beitragen, die Landschaftsservices beeinflussen und Indikatoren für Landschaftsveränderungen sind.


Alltag


Die periurbane Landschaft ist schwierig zu erfassen. Einerseits fehlen Modelle zur periurbanen Landnutzungsdynamik und andererseits fehlen Daten insbesondere zu den kleinen Landschaftsobjekten.

Dieses Forschungsvorhaben basiert auf einem konzeptionellen Modell für die periurbane Landnutzungsdynamik mit vier Prozessen und ihren driving forces. Die vier Prozesse sind: Siedlungswachstum, Zunahme der Erholungstätigkeiten, Adaption von Land- und Forstwirtschaft, und Infrastrukturentwicklung. Das Vorhaben verfolgt vier Ziele: (1) Entwickeln und testen einer Methode zur Erfassung der kleinen Landschaftsobjekte, (2) Beschreiben der Verteilungsmuster der kleinen Landschaftsobjekte, (3) Testen und weiterentwickeln des konzeptionellen Modells mit den Daten der kleinen Landschaftsobjekten, und (4) Analysieren des Beitrages der kleinen Landschaftsobjekte zu Charakter, Qualität und Landschaftsservices.

Wir führten im Sommer 2009 eine Pilotstudie durch um eine Methode zur Inventarisierung der kleinen Landschaftsobjekte zu entwickeln und testen. Dafür untersuchten wir 47 zufällig ausgewählte 1-km2 Flächen im Kanton Aargau, Schweiz. In den Untersuchungsflächen wurden mittels Feldbegehung alle Objekte aufgenommen, die in der Landeskarte LK25 nicht enthalten sind oder ungenügend beschrieben sind und gross genug sind um von einem durchschnittlichen Spaziergänger wahrgenommen zu werden. Die vorläufigen Resultate bestätigen dass es viele kleine Landschaftsobjekte gibt. Zum Beispiel waren Bänke sehr häufig (mehr als 170 Mal aufgenommen) während 75 Objekte nur einmal gefunden wurden. Die kleinen Landschaftsobjekte wurden fotografiert, geo-referenziert und mittels einer google earth Anwendung visualisiert.

Das Inventar der Pilotstudie dokumentiert die enorme Komplexität der periurbanen Landschaft mit seinen kleinen Landschaftsobjekten und stimuliert Hypothesen bezüglich Muster, Prozessen und driving forces. Die entwickelte Methode ist viel versprechend so dass im Moment die Anwendung auf ein grösseres Untersuchungsgebiet abgeklärt wird.

Stichworte Periurbane Landschaft, kleine Objekte, Methode, Feldaufnahmen