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Projektdauer: 2008 -

MOUNTLAND – ein CCES-Projekt

Davos Vogelschau
Davos (Foto: Foto Furter)

Nachhaltige Landnutzung in Gebirgsregionen: Integrative Analyse der Ökosystemdynamik im Klimawandel mit Auswirkungen auf Sozio-Ökonomie und Landnutzungspolitik

Ausgangslage

Gebirgslandschaften sind wichtige Elemente der Schweizer Landschaft und des Schweizerischen Selbstverständnisses. Die seit Jahrhunderten durch Land- und Forstwirtschaft geprägten Gebirgslandschaften bieten der Gesellschaft eine Vielzahl an Umweltleistungen, wie z.B. die Produktion von Nahrungsmittel und Holz, Schutz vor Lawinen und Steinschlag oder eine hohe Biodiversität und Landschaftsvielfalt. Diese Landschaften sind allerdings hoch empfindlich gegenüber klimatischen und Nutzungsänderungen.

In den nächsten Jahrzehnten ist mit deutlichen klimatischen Veränderungen und auch Nutzungsänderungen zu rechnen. Aller Voraussicht nach wird der Klimawandel in Gebirgsregionen besonders ausgeprägt sein, und sozioökonomische Veränderungen werden sich dort von einem Tal zum nächsten sehr unterschiedlich auswirken. Umweltleistungen könnten durch diese Veränderungen in Zukunft gefährdet sein. Um die Umweltleistungen zu gewährleisten, bedarf es innovativer politischer Lösungen und angepasster Bewirtschaftungskonzepte für die Land- und Forstwirtschaft.

Allgemeine Projektziele

MOUNTLAND möchte dazu beitragen, entsprechende Bewirtschaftungskonzept und innovative politische Lösungen zu entwickeln. Es betrachtet über verschiedene Disziplinen hinweg eine Systemkette, die beim Globalen Wandel und seinen Auswirkungen auf das Klima und die Landnutzung der Gebirgsregionen beginnt und bei den Auswirkungen dieser Veränderungen auf ausgewählt Gebirgsökosysteme endet. Die sich daraus ergebenden Veränderungen der Umweltleistungen werden bewertet. Schliesslich werden politische Massnahmen zur Förderung einer angepassten Bewirtschaftung und zur Reduktion der negativen Folgen aufgrund eines Rückgangs der Umweltleistungen getestet.
Dabei werden verschiedene Szenarien zu Klimaentwicklung und Landnutzungsänderung berücksichtigt.

Forschungsinhalte

Das Projekt verbindet verschiedene disziplinäre und methodische Ansätze. Es ist in drei Tasks unterteilt:

Task 1 konzentriert sich auf ökologische Fragestellungen. Er umfasst Feldexperimente zu klimasensitiven Ökosysemprozessen, wie z.B. Experimente zu Beweidung, Bewässerung, Trockenlegung und Bodenerwärmung. Auf Basis dieser  Resultate werden Landschaftsentwicklungsmodelle auf einer höheren Massstabsebene angepasst und optimiert.

Task 2 fokussiert auf sozioökonomische Fragestellungen. Im Zentrum steht ein Ertrag optimierendes, ökonomisch-ökologisches Landnutzugsmodell. Input-Grössen sind einerseits Klimaszenarien basierte, räumlich explizite Merkmale von Wald & Agrarland (Output Landschaftsmodelle in Task 1) und andererseits Wirtschafts-Szenarien und Politik-Szenarien aus Task 3.

Task 3 befasst sich mit den politischen Aspekten. Zum einen wird das politische Umfeld der Untersuchungsregionen auf die Realisierung verschiedener Bewirtschaftungsmassnahmen hin analysiert. Zum anderen wird die Entwicklung der Gebirgsregionen anhand von Indikatoren auf ihre Nachhaltigkeit hin bewertet und Empfehlungen zur Verbesserung einer nachhaltigen Landnutzungspolitik abgeleitet.

Untersuchungsgebiete

MOUNTLAND betrachtet drei Untersuchungesregionen mit unterschiedlicher Sensitivität bezüglich Klima- und Landnutzungswandel: (1) die temperatursensitive Hochgebirgsregion Davos, (2) die trockenheitssensitiven Ökosysteme der Region Visp und (3) die nutzungssensitiven Wytweiden im Waadtländer Jura.

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Projektteams

MOUNTLAND verbindet insgesamt 12 Forschungsgruppen aus der ETH Zürich, der EPF Lausanne und der WSL Birmensdorf.

ETH Zürich:

Professur für Umweltpolitik und Ökonomie
Professur für Waldökologie
Professur für Agrarwirtschaft
Professur Natural and Social Science Interface
Professur für Raum- u. Landschaftsentwicklung

EPF Lausanne:

Labor für ökologische Systeme

WSL Birmensdorf und Davos:

Forschungseinheit Walddynamik
Forschungseinheit Waldökosystemprozesse
Forschungsgruppe Gebirgswald und Baumgrenzen
Forschungsgruppe Restaurationsökologie
Forschungsgruppe Bodenbiogeochemie
Forschungsgruppe Ökologische Prozessmodellierung

Projektmitarbeitende der WSL:

Andreas Rigling
Ariane Walz
Alexandre Buttler
Arnaud Giuggiola
Beat Wermelinger
Britta Eilmann
Christian Rixen
Dirk Schmatz
Elisabeth Graf Pannatier
Frank Hagedorn
Heike Lischke
Matthias Dobbertin
Michaela Teich
Natalie Zurbriggen
Peter Bebi
Peter Brang
Roman Zweifel
Simon Egli
Thomas Wohlgemuth
Vincent Barbezat

Kontaktpersonen:

Stichworte ecosystem modelling, avalanche, climate, land use dynamics