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Buch und Film

«Hüeterbueb und Heitisträhl». Traditionelle Formen der Waldnutzung in der Schweiz 1800-2000. Buch und Filme

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Projektdauer: 2005 - 2011

Traditionelle Formen der Waldnutzung

Kohlenmeiler

Kohlenmeiler
Foto: U. Wasem (WSL)

Die Nutzung des Waldes in der Schweiz hat sich in den letzten Jahrzehnten grundlegend verändert. Viele traditionelle Waldnutzungen wie Waldweide, Streuesammeln, und Harzen verschwanden um die 1950er Jahre nach dem Zweiten Weltkrieg. Gleichzeitig wuchs die Bedeutung des Waldes für Erholung und Naturschutz stark an. Somit ging die Nachfrage nach traditionellen Waldprodukten zurück. Die alten Formen der Waldnutzungen sind oft kaum dokumentiert, obschon sie aus kulturhistorischer und ökologischer Sicht von grossem Interesse wären.

Projektziele

Die vorliegende Studie beabsichtigte, die Veränderungen der Waldnutzung in der Schweiz mittels Oral History-Interviews zu dokumentieren und zu analysieren. Es sollten schwergewichtig Personen befragt werden, die selbst aktiv an Waldnutzungen beteiligt waren. Mit der vorliegenden Studie wollten wir:

  • einen Beitrag leisten zur Bewahrung des kulturellen Erbes das im traditionellen Wissen zur Waldnutzung enthaltenen ist;
  • die Waldnutzung in der Schweiz im 20. Jahrhundert in ausgewählten regionalen Fallstudien dokumentieren;
  • die Vielfalt der Waldnutzungen innerhalb und zwischen den Fallstudienregionen analysieren;
  • die Bedeutung der Waldnutzungen im Kontext der ländlichen Ökonomie und Gesellschaft verstehen.

Methoden

Waldnutzungen, die Teil der forstlichen Aktivitäten im Wald sind, werden in der Regel in forstlichen Quellen gut dokumentiert. Anders sieht es aus für die Vielfalt der Waldnutzungen, die durch die ländliche Bevölkerung im Privatwald oder auch im öffentlichen Wald ausgeführt wurden. Wichtig für diese ist die Methode der Oral History, weil sie jene gesellschaftlichen Gruppen berücksichtigt, welche kaum Eingang in die schriftliche Geschichtsschreibung fand. Die Oral History lässt die Objekte der historischen Geschehnisse als Subjekte selbst sprechen.

Regionale Fallstudien
Untersuchungsregionen
Lage der Fallstudienregionen in der Schweiz. Datenquellen: Arealstatistik 1992/97, BFS GEOSTAT; swisstopo (DV033492.2) (Gemeindegrenzen); DHM25 © 1994 Bundesamt für Landestopographie (Geländedaten).

A Saanenland
B Vorderes Vispertal
C Fankhausgraben / Trub
D Schächental
E Prättigau

Basierend auf den transkribierten Oral History Interviews, wurden fünf regionale Fallstudien der Waldnutzung verfasst. Die gewählten Fallstudienregionen liegen sämtliche im Bereich der Voralpen oder direkt im Alpenbogen (S. Karte). Diese geographische Verteilung wiederspiegelt die für eine langdauernde Ausübung agrarischer, hauswirtschaftlicher und kleingewerblicher Waldnutzungen günstigen Voraussetzungen fernab wirtschaftlicher Ballungsräume oder von Bevölkerungszentren.

Um ein möglichst multiperspektivisches Bild der Waldnutzung zu erhalten, ergänzten und kontrastierten wir die den Oral History Interviews entnommenen Informationen mit Angaben aus anderen Quellentypen. Abschliessend wurden die den Oral History Interviews entnommenen Informationen zur Waldnutzung in den Fallstudienregionen einer vergleichenden Analyse unterzogen.

Resultate

Zum Projektabschluss wurden die Ergebnisse im Buch „Hüeterbueb und Heitisträhl“ und in einer gleichnamigen Reihe von Kurzdokumentarfilmen aufgearbeitet.

Dieses Projekt wurde durch die Bristol-Stiftung finanziert.

Die Dokumentarfilme "Hüeterbueb und Heitisträhl" und der ebenfalls in Zusammenarbeit mit der WSL entstandene Film "Von Menschen, Bäumen und Werkzeugen" sind ab 28.05.2011 als Teil der ständigen Ausstellung Forsthaus des Freilichtmuseums Ballenberg auf Vorführstationen zugänglich.

Beteiligte

  • Anita Schenk (Interviews)
  • Angela Straub (Dokumentation)
  • Matthias Bürgi (Projektleiter)
  • Martin Stuber (Universität Bern, Co-Projektleiter)

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Stichworte Historische Oekologie, oral history