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Schutzwirkung von Pflanzen und Mykorrhizapilzen gegen WinderosionWinderosion verwandelt in vielen Trockengebieten der Erde fruchtbares Land in Sand- und Gesteinswüsten. Mit Experimenten im Windkanal und im Labor wird untersucht, wie Pflanzen und Mykorrhizapilze den Boden vor Winderosion schützen.
Unter Winderosion versteht man den Abtrag
und Transport von Bodenmaterial durch Wind. Weltweit verwandelt Winderosion
jedes Jahr enorme Flächen fruchtbaren Landes in Wüste und
bedroht dadurch die Existenzgrundlage unzähliger Menschen. Zudem gelangt durch den Wind mineralischer
Feinstaub in die Atmosphäre. Hohe Konzentrationen an Feinstaub verursachen
einerseits Lungenkrankheiten beim Menschen, verändern andererseits aber auch den
Strahlungshaushalt und somit das Klima der Erde. Schutzmassnahmen gegen WinderosionWiederbegrünungDie Wiederbegrünung von winderodierten
Böden gilt langfristig als die wirksamste Schutzmassnahme. Pflanzen schirmen
mit ihren Blättern den Boden gegen den Wind ab und stabilisieren mit ihren
Wurzeln die oberflächennahen Schichten. Auf erodierten Böden herrschen jedoch
äusserst ungünstige Bedingungen für das Pflanzenwachstum. Begrünungsmassnahmen
sind deshalb oft mit grossen Schwierigkeiten verbunden. MykorrhizapilzeEine Möglichkeit, das Pflanzenwachstum zu verbessern besteht darin, bei der Aussaat bzw. Anpflanzung Mykorrhizapilze beizugeben. Fast alle Pflanzen leben natürlicherweise in Symbiose mit diesen Pilzen, die ihnen helfen Nährstoffe und Wasser aufzunehmen. Als Folge der Winderosion fehlen in den betroffenen Böden die Mykorrhizapilze jedoch grösstenteils. Der Erfolg von Begrünungsmassnahmen kann deshalb oft erhöht werden, indem man die Pilze künstlich einbringt. Nebst dem positiven Effekt auf das Pflanzenwachstum verbessern die Pilze auch die Struktur und Stabilität des Bodens. Dies bewerkstelligen sie mit ihrem enormen Netzwerk an Pilzfäden (Hyphen), das sich grossräumig im Boden ausbreitet.
Mykorrhizapilze haben einen doppelten Nutzen bei der Bekämpfung von Winderosion: Einerseits verbessern sie das Pflanzenwachstum und andererseits stabilisieren sie den Boden (Pilzzeichnungen: V. Graf). UntersuchungenWie beeinflussen Pflanzen den Prozess der Winderosion?In einem 20 m langen Windkanal werden Experimente mit verschieden dichten Bepflanzungen durchgeführt. Im Gegensatz zu anderen Windkanal-Untersuchungen kommen dabei nicht künstliche Vegetations-Imitate zum Einsatz, sondern lebende Gräser (Lolium perenne). Am Ende der Teststrecke ist ein Sediment-Sammler positioniert, der während des Experimentes in verschiedenen Höhen die erodierten Bodenpartikel in der Luft auffängt. Mit Laser-Photometern wird die Feinstaub-Konzentration in der Luft gemessen. Farbiger Quarzsand wird eingesetzt, um Erosions- und Ablagerungsprozesse sichtbar zu machen. Erste Ergebnisse zeigen, dass
Winderosions-Prozesse mit zunehmender Vegetationsbedeckung sehr stark
abnehmen. Eine Pflanzenbedeckung von nur 15% vermindert den Bodenverlust um
über 90% und die Feinstaub-Emission auf die Hälfte. Bei einer Pflanzenbedeckung
von 55% ist praktisch keine Erosion mehr zu beobachten.
Teststrecke (8 m)
im Windkanal unbepflanzt sowie mit einer Pflanzenbedeckung von 3%, 15% und 55%
(von links nach rechts).
Sediment-Sammler im Windkanal (links) und Ablagerungen aus rotem Quarzsand (rechts). Verbessern Mykorrhizapilze das Pflanzenwachstum auf wüstenähnlichen Böden? Im Rahmen dieses
Versuchs werden in einer Klimakammer die schwierigen Bedingungen simuliert, mit
denen Pflanzen auf Wüstenböden zu kämpfen haben. Dazu werden verschiedene
Grasarten auf sandigen, nährstoffarmen Substraten ausgesät und wie in der Wüste
nur spärlich mit Wasser versorgt. Die eine Hälfte der Gräser erhält Mykorrhizapilze
ins Substrat beigemischt, die andere Hälfte nicht. So kann untersucht werden,
ob die Pilze die Überlebensrate, die oberirdische Biomasseproduktion und den
Gesundheitszustand der Gräser verbessern. Verbessern Mykorrhizapilze die Widerstandskraft des Bodens gegen Winderosion?Diese Fragestellung kombiniert die beiden oben beschriebenen Ansätze. Im Windkanal werden Erosions-Prozesse bei drei verschiedenen Boden-Behandlungen untersucht: a) unbepflanzter Boden b) Boden, der mit Gräsern bepflanzt ist (ohne Mykorrhizapilze) c) Boden, der mit Gräsern bepflanzt und mit Mykorrhizapilzen beimpft ist. Alle drei Behandlungen werden im Windkanal bei gleichen Anströmungsbedingungen untersucht. Danach wird verglichen, welche Mengen Bodenmaterial abgetragen wurden und wie viel Feinstaub in die Luft gelangt ist. Es besteht die Hypothese, dass der bepflanzte und mit Mykorrhizapilzen beimpfte Boden die geringsten Erosionsraten und Feinstaubemissionen aufweist. Wenn sich die Hypothese bestätigt, ist dies ein starkes Argument, im Kampf gegen Winderosion und Verwüstung vermehrt auch Mykorrhizapilze einzusetzen KontaktMitwirkendeLink: Versuchseinrichtung Windkanal
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