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Bäume an der Waldgrenze: Versuchsaufforstung Stillberg

Aufforstung Stillberg
 
Aufforstung Stillberg
Versuchsfläche Stillberg
Fotos: U. Wasem (WSL)

Die Versuchsfläche Stillberg an der alpinen Waldgrenze wurde in den 1950-er Jahren im Rahmen des ersten gemeinsamen Forschungsprogrammes zwischen den WSL Standorten Birmensdorf und Davos eingerichtet. Das Hauptziel dieses „Gebirgsprogramms“ lag darin, geeignete Verfahren für Aufforstungen in Lawinenanrissgebieten im Waldgrenzenbereich zu finden. Der im Jahr 1975 systematisch mit verschiedenen Baumarten bepflanzte Hang gibt seither Auskunft über die langfristige Wirkung verschiedener Umweltfaktoren an der alpinen Waldgrenze.

Dank den Lehren vom Stillberg werden Aufforstungen im Waldgrenzenbereich heute standortgerechter durchgeführt. Seit einigen Jahren werden am Stillberg im Rahmen von verschiedensten Experimenten vermehrt Fragen rund um den Klimawandel an der Alpinen Waldgrenze beantwortet. Hier eine Auswahl von Forschungsaktivitäten am Stillberg:

  • Wiederaufnahme und Analyse des Langzeitversuchs im Jahr 2005 (SLF / WSL)
    Von 1975 bis 1995 wurde ein intensives Monitoring der gepflanzten Arven, Bergföhren und Lärchen durchgeführt, welches seit 2005 in extensiverem Mass weitergeführt wird. Ein Vergleich mit früheren Aufnahmen erlaubt es, den Einfluss von Standortsfaktoren und Nachbarschaftsbeziehungen über Raum und Zeit zu untersuchen.
  • Alpine Baumgrenzen in einer CO2-reichen und warmen Zukunft (WSL/SLF und weitere Partner)
    Die Reaktionen von Pflanzen und Boden an der Waldgrenze auf zukünftige Klimaszenarien wird untersucht, indem Bäume und Bodenvegetation einer erhöhten CO2 Konzentration (+200 ppm) und wärmeren Bodentemperaturen (+4°C) ausgesetzt werden.
  • Experiment zur Nährstofflimitation an der Waldgrenze (SLF)
    In diesem Düngungsexperiment wird untersucht, ob Nährstoffe für das Baumwachstum an der Waldgrenze limitierend sind, ob eine Wachstumsförderung durch Nährstoffeintrag bei extremem Klima überhaupt möglich ist und ob allenfalls die Bäume durch ein erhöhtes Nährstoffangebot gegenüber Stress und Störung empfindlicher werden.
  • Klimawandel im Winter - wie reagieren Pflanzen? (SLF)
    Um mögliche Auswirkungen einer Klimaveränderung zu simulieren, wird durch eine Manipulation der Schneedecke eine verfrühte Ausaperung herbeigeführt. Untersucht werden anschliessend Lebenszyklus, Wachstum und Reproduktion der Pflanzen. Diese Versuche werden einerseits in alpinen Zwergstrauchheiden am Stillberg, andererseits in den subarktischen Tundra in Alaska durchgeführt.
  • Exotenpflanzung (WSL)
    Im Rahmen dieses Projektes wurden zwischen 1984 und 1985 vier verschiedene Standorte in der Schweiz nahe der Waldgrenze mit einheimischen und ausländischen Gebirgsbaumarten bepflanzt. Seither wird jährlich Wachstum und Überleben beobachtet.

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Stichworte Baum, Stillberg, Vesuchsfläche, Aufforstung, Waldgrenze

 

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