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Projektdauer: 1999 - 2003

Ursachen und Dynamik von Fäulen an Holzkonstruktionen im Wildbachverbau

Problematik

Fomitopsis pinicola
Abb. 1 - Fruchtkörper des rotrandigen Baumschwamms (Fomitopsis pinicola) an einer Wildbachsperre aus Holz
 
Experimentelle Untersuchung im Labor
Abb. 2 - Experimentelle Untersuchung der Abbauraten von Fichtenholz unter verschiedenen ökologischen Bedingungen

Holz als naturnaher und kostengünstiger Baustoff hat im Wildbachverbau seit jeher eine grosse Bedeutung. Aufgrund der wechselnden Feuchteverhältnisse in Wildbachgerinnen sind die verbauten Rundhölzer jedoch einer erhöhten Gefährdung durch holzzerstörende Pilze ausgesetzt, welche das Festigkeitsverhalten bzw. die Lebensdauer der Bauwerke stark einschränken können.

Ziele

Ziel des Projekts war es, die Ausbreitung und die Abbauaktivität der an den Bauwerken vorkommenden Fäuleerreger sowie die massgebenden ökologischen Faktoren zu analysieren. Damit sollten Grundlagen für konstruktive Massnahmen zur Verlängerung der Lebensdauer der Sperren geschaffen werden.

Arbeitsschritte

Zuerst wurden an verschiedenen Wildbachsperren das Artenspektrum sowie die Populationsstrukturen der Fäuleerreger erfasst (Abb. 1). Gleichzeitig wurde der Holzzustand der verbauten Rundhölzer quantitativ erfasst. Daraus konnten Rückschlüsse auf die Ausbreitungsmuster sowie die bevorzugten ökologischen Bedingungen der Pilze gezogen werden. Laborexperimente bestätigten diese Befunde (Abb. 2).

In einem weiteren Feldexperiment wurden die Tragsicherheit alter Bachsperren mittels Biegebruchversuchen untersucht. Daraus konnten Anhaltspunkte über das Langzeitverhalten von Holzkonstruktionen im Laufe ihrer Lebensdauer gewonnen werden. Zudem wurden die Wirkung von Verbindungsnägeln (freigesetztes Eisen) auf die Aktivität holzzerstörender Pilze experimentell untersucht. Eine weitere Studie wurde zum Einfluss des Fällzeitpunktes auf die Resistenz von Fichtenholz gegenüber Fäulnis durchgeführt.

Der Stand des Projektes wurde mehrfach der Öffentlichkeit präsentiert, unter anderem an der Forstmesse 1999 in Luzern sowie an einem Kolloquium 2002 an der WSL Birmensdorf. Das Projekt wurde im Dez. 2003 mit einer Dissertation abgeschlossen.

Beteiligte

  • Konrad Noetzli (Dissertation)
  • Frank Graf
  • Albert Böll
  • Martin Frei

Kontakt

Ausgewählte Literatur zum Thema

  • Böll, A. (1988): Holz im Wildbach- und Hangverbau. Wald und Holz 70(6): 428-433.
  • Böll, A. (1997): Wildbach- und Hangverbau. Ber. Eidgenöss. Forsch.anst. Wald Schnee Landsch. 343, 123 S.
  • Böll, A., Gerber, W., Graf, F., Rickli, C. (1999): Holzkonstruktionen im Wildbach-, Hang- und Runsenverbau. Eidgenöss. Forsch.anst. Wald Schnee Landsch., Birmensdorf, 60 S.
  • Frei, M. (1998): Pilzbefall und Festigkeitswerte von Wildbachsperren aus Holz. Unveröffentlichte Semesterarbeit ETH Zürich
  • Frei, M., Böll, A. (2001): Holz wieder entdeckt: Holzkonstruktionen im Wildbachverbau. tec21 127(41): 13-17.
  • Graf, F. (1997): Holzzerstörende Pilze. Proceedings FAN-Kurs 1997, Forstlicher Bachverbau, Stalden (OW), 17 S.
  • Noetzli, K. P. (1999): Potz Pilz! Forstschutz-Bulletin BUWAL 99(2): 27-28.
  • Rickli, C. (1997): Holzbauwerke im forstlichen Bachverbau. Proceedings FAN-Kurs 1997, Forstlicher Bachverbau, Stalden (OW), 20 S.
  • Noetzli, K. P. (2003): Ursachen und Dynamik von Fäulen an Holzkonstruktionen im Wildbachverbau. Diss., Technische Wissenschaften ETH Zürich, Nr. 14974. - PDF-Volltext (14060 KB), PDF-Abstract (254 KB)
Stichworte WSL, Naturgefahren, Murgang, Murgänge, Geschiebe, Erdrutsch, Rutschungen, Erosion, Steinschlag, Hochwasser, Lawinen, Forstliche Hydrologie, Unwetter, Institut, Forschung, Schweiz, Birmensdorf, Zürich