|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Standorte
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
Alpscape: Simulationsmodell für die Raumentwicklung alpiner RegionenWas passiert in einem Tourismusort, wenn sich das Klima ändert? Wie wirkt sich die nationale Agrarpolitik auf einen Lebensraum aus? Welchen langfristigen Effekt haben raumplanerische Massnahmen? Das Forschungsprojekt ALPSCAPE trägt zum besseren Verständnis der zukünftigen Entwicklung von alpinen Regionen bei. 1. EinführungAlpine Regionen stellen bezüglich lokaler Ressourcen und sozioökonomischer Verhältnisse empfindliche, komplexe Systeme dar. Ein Entscheidungshilfeinstrument zur Beurteilung und Visualisierung potentieller zukünftiger Entwicklungsmöglichkeiten wäre aus diesem Grund sehr wertvoll.
2. MethodenFür die Entwicklung der Zukunftsszenarien wurde das Wissen der lokalen Bevölkerung in Davos miteinbezogen. Mit Hilfe von verschiedenen numerischen Landnutzungs- und Ressourcenflussmodellen konnten die Einflüsse der beschriebenen Systemzusammenhänge- und zukünftigen Systemveränderungen in den Szenarien berechnet werden. 2.1. Entwicklung von Zukunftsszenarien für die Landschaft DavosIn den Zukunftsszenarien wurde ein Zeitraum von 50 Jahren untersucht (2000 - 2050). Für die Landschaft Davos wurden Zukunftsszenarien für drei relevante Forschungsschwerpunkte entwickelt:
2.2. Erarbeiten der Systemzusammenhänge im Untersuchungsgebiet mit Hilfe von lokalen AkteurgruppenDie Szenarien basieren auf der Grundlage eines Wirkungsmodells, welches Wechselbeziehungen und Zusammenhänge der wichtigsten Elemente des Systems Davos aufzeigt. In Workshops wurden die Elemente von verschiedenen Akteurgruppen aus der Gemeinde Davos (allgemeine Bevölkerung, Baugewerbe, Gewerbe, Tourismusbranche, Jugend/Schule und Landwirtschaft) definiert und genau beschrieben.
2.3. Numerische ModelleFür die Berechnung der Zukunftsszenarien wurden verschiedene numerische Modelle entwickelt, welche auf zwei unterschiedlichen, aber stark in Wechselbeziehung stehenden Ansätzen beruhen und nicht automatisch miteinander verknüpft sind:
3. Resultate (Kurzzusammenfassung)Das System der Landschaft Davos ist im aktuellen Zustand stark abhängig von der touristischen Nachfrage und zeigt in verschiedener Sicht Entkoppelungen zwischen natürlicher Ressourcennutzung und dem Rest der Davoser Wirtschaft. Die prägenden Landschaftsveränderungen sind Siedlungs- und Waldzunahme. Beim Szenario „Abbau der Subventionen für die Landwirtschaft“ würde die Waldfläche um ca. 26% zunehmen. Die relativ geringen direkten ökonomischen Folgen (-2% Faktoreinkommen) müssen in Zusammenhang mit relativ grossen Veränderungen der Umweltleistungen und anderer Nachhaltigkeitsindikatoren beurteilt werden. Dazu gehört der Selbstversorgungsgrad für Nahrungsmittel, der abhängig von der Nachfrage nach regionalen Produkten von 27% auf 7% bzw. auf 0% sinkt. Beim Szenario „Klimaerwärmung“ wurde für Davos als einziges der betrachteten Langfristszenarien ein starker wirtschaftlicher Einbruch errechnet mit Einbussen von je 10% bei Faktoreinkommen und Beschäftigung. Dies gilt allerdings nur unter der Annahme, dass Davos bis ins Jahr 2050 nicht mehr schneesicher ist. Das Szenario „Sportlicher Grossanlass“ wirkt sich über einen Beobachtungszeitraum von 25 Jahren (inklusive Vorbereitungs- und Nachphase) nur wenig bzw. vor allem in einem Peak im Veranstaltungsjahr auf die Wirtschaft aus, wohingegen Auswirkungen auf die Umwelt beträchtlich sein könnten. Wie sich dieses Szenario auf die betrachteten Indikatoren auswirkt, hängt vor allem von der Imagewirkung in der Nachnutzung und vom sinnvollem Einsatz von Ressourcen bei notwendigen Investitionen ab. Der Vergleich von verschiedenen touristischen Entwicklungspfaden für die Landschaft Davos zeigt ausserdem ein grosses Potential durch eine saisonal ausgeglichenere Auslastung und eine schlechte Nachhaltigkeitsbilanz von weiteren Ferien- und Zweitwohnungen. Empfehlungen für die Landschaft Davos Kontakt
|