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Waldweide - eine umstrittene Waldnutzung
In den Alpen hat die land- und forstwirtschaftliche Doppelnutzung von Waldflächen Tradition. Zwölf Prozent der Schweizer Gebirgswälder werden mit landwirtschaftlichen Nutztieren, hauptsächlich Rindern, beweidet. Während andernorts die (Wieder-)Einführung solcher agroforstlicher Systeme erwogen wird, will das Forstgesetz die Waldweide im Gebirgswald einschränken. Der Gebirgswald dient neben der Holznutzung und dem Schutz vor Naturgefahren häufig auch als Weidefläche für das Vieh. Bei den subalpinen Waldweideflächen handelt es sich meist um ein Mosaik aus Wald, Zwergstrauchheide und offener Weide. Laut Forstgesetz gilt die Waldbeweidung als "nachteilige Nutzung". Bestehende Waldweiderechte sollen neu geregelt und möglichst abgelöst werden. Als Gründe werden eine negative Wirkung der Beweidung auf Holzqualität, Stabilität und Verjüngung des Gebirgswaldes genannt. Zudem biete die Waldweide nur minderwertiges Futter. Ein interdisziplinärer ForschungsansatzUm diese Annahmen zu überprüfen, laufen seit Mai 2000 am SLF in Davos Feldversuche und Experimente zu den Auswirkungen einer Beweidung mit Rindern auf Verjüngung und Struktur subalpiner Wälder. Mit den Resultaten des Projektes sollen Wege für eine ökologisch und ökonomisch sinnvolle Regelung der land- und forstwirtschaftlichen Nutzung des Gebirgswaldes aufgezeigt werden. Vom Vieh verursachte Schäden werden erfasst, indem der Zustand junger Bäume vor und nach Beweidung verglichen wird. Jahrring-Untersuchungen dienen der Erforschung langfristiger Einflüsse der Beweidung auf die Waldstruktur. Um die Futterwahl des Viehs auf Waldweiden kennenzulernen, wird auch der Verbiss der vorkommenden Pflanzenarten der Krautschicht kartiert. Die Verdaulichkeit des Futters wird anhand von repräsentativen Futter- und Kotproben untersucht (doppelte Indikatormethode). Waldweide: besser als ihr Ruf?Die bisherigen Feldversuche zeigen, dass die Schädigung der jungen Bäume durch weidende Rinder gering bleibt, wenn die Tierbesatzstärke 1 Grossvieheinheit (1 Kuh à 600 kg) nicht übersteigt und die Weidefläche ausreichend gross ist, um den Tieren eine freie Selektion der Futterpflanzen zu ermöglichen. Die Rinder bevorzugten Gräser und konnten auf den Weiden Futter von mittlerer Verdaulichkeit selektieren, auch bei Rückgang des Futterangebots gegen Ende der Beweidungssaison. BeteiligteDas Projekt ist Teil des Polyprojekts Primalp der ETH Zürich und findet in Zusammenarbeit mit dem Institut für Landespflege der Universität Freiburg (D) und dem Institut für Nutztierwissenschaften der ETH Zürich statt. Kontakt
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