|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Forschungsprogramme
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
Wiederbesiedlung der Waldbrandfläche Leuk durch InsektenMarco Moretti, Beat Wermelinger, Martin Obrist
Am 13. August 2003 brannte oberhalb von Leuk eine Waldfläche von rund 100 ha nieder. Zurück blieben verkohlte Stämme und eine dicke Schicht Asche. Als Teil einer grösseren Untersuchung zur Wiederbesiedlung der Fläche durch Flora und Fauna wird die Sukzession von wirbellosen Tieren in regelmässigen Abständen untersucht (=ökologische Resilienz). MethodeEntlang von drei verschiedenen Höhenstufen (1200, 1450 und 1700 m ü.M.) wurden Transekte mit je drei Sektoren und sechs Fallenstandorten eingerichtet: zwei Standorte im Sektor Brandflächenmitte, zwei Standorte im Sektor Brandflächenrand (100-150 m vom Waldrand) und zwei Standorte im Sektor angrenzender Bestand. An jedem Standort werden eine Kombifalle (Kombination von passiver Flugfalle und Gelbschale) und eine Trichterfalle eingesetzt. Bis jetzt wurde die Fauna in den Jahren 2004, 2005, 2006 und 2008 beprobt. Im Moment laufen die Untersuchungen für das Jahr 2013. Das wöchentlich gesammelte Material wird nach verschiedenen taxonomischen Gruppen sortiert und bestimmt. Erste ResultateIm ersten Jahr 2004 wurden in den Fallen des untersten Transekts auf 1200 m Höhe insgesamt 13'432 Individuen gefangen. Die häufigsten Gruppen waren die Käfer (Coleoptera, 4'063 Individuen), Stechimmen (Aculeata, 3'853 Individuen), Zweiflügler (Diptera, 1'879 Individuen) und die Schlupfwespen (Terebrantes, 1'129 Individuen). 10'025 Individuen wurden funktionellen Gruppen zugeordnet: davon waren 50,2 % Bestäuber und 28,5% Räuber. Weniger zahlreich vertreten waren mit 11,9 % die Herbivoren (Pflanzenfresser), mit 8 % die Xylophagen (Holzfresser) und mit 1,4 % die Detritivoren (Zersetzer). Die offenen Brandflächen bieten Ressourcen für viele heliophile Pionier- und Ruderalarten wie auch für xylobionte (holzbewohnende) Arten. Beispiele hierfür sind der Mulmbock (Ergates faber) oder die Rotflüglige Schnarrschrecke (Psophus stridulus). Ähnliche Resultate wurden auch in Brandflächen in Tessiner Kastanien-Niederwäldern festgestellt. Publikation
|