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SchneeklimatologieDie winterliche Schneedecke ist für viele Bergregionen in erster Linie ein grosser Segen, weil sie in hohem Masse abhängig sind vom Wintertourismus. Umfangreiche Schneemengen können aber auch erhebliche Kosten verursachen in Form von Strassensperrungen, Lawinenschäden oder Schneeräumungen. Um einzelne schneearme oder schneereiche Winter richtig einzuordnen oder Trends bzgl. Schneehöhe oder Niederschlagshäufigkeit zu erkennen, sind langjährige Messreihen von grosser Wichtigkeit. Zusammen mit MeteoSchweiz unterhält das SLF ein Messnetz von über 100 Beobachtern und Beobachterinnen, die zwischen Oktober und Mai täglich den Neuschnee und die Gesamtschneehöhe messen. Der Grossteil dieser Messreihen geht ca. 50 Jahre zurück, einzelne Stationen liefern aber bereits seit mehr als 100 Jahren Daten. Diese langjährigen Schneemessreihen zeigen, dass die jährliche Schneedecke sowohl zeitlich (von Jahr zu Jahr) wie auch räumlich (Alpensüd-/Alpennordseite, West-/Ostschweiz, Voralpen/Alpen) grossen Schwankungen unterliegt. Trotz dieser natürlichen Schwankungen lässt sich vor allem unterhalb 1300 m ü. M. ein klarer Trend zu weniger Schnee feststellen. Verantwortlich für diese Abnahme der Höhe und Dauer der Schneedecke sind hauptsächlich die gestiegenen Wintertemperaturen. Diese führen einerseits zu mehr Regen- statt Schneefällen, andererseits schmilzt der gefallene Schnee schneller wieder weg.
Lückenlose und fehlerfreie Datenreihen als ZielSolche schneeklimatologische Auswertungen sind nur dank dem langjährigen, unermüdlichen Einsatz der Beobachter möglich. Wie bei allen Messungen gibt es aber auch hier Fehler und Lücken in den Aufzeichnungen. Es ist darum eine wichtige Aufgabe des SLF, die Fehlmessungen zu finden und zu korrigieren und Lücken mit Hilfe von Nachbarstationen und andern Messparametern aufzufüllen. Nur vollständige Messreihen erlauben z. B. die Anzahl Schneetage pro Winter zu zählen. Auch passiert es leider immer wieder, dass eine langjährige Messstation nach Jahrzehnten verschoben werden muss, weil entweder der Messstandort überbaut wird oder kein Beobachter in der Nähe gefunden werden kann. Speziell für klimatologisch wertvolle Schneereihen ist es darum wichtig, dass solche Verschiebungen die Messreihen so wenig wie möglich beeinflussen oder dass die alten Messreihen an den neuen Standort angepasst werden können.
Produkte und PublikationenDie langjährigen Schneemessungen werden nicht nur gebraucht, um Forschungsfragen rund um den Klimawandel zu analysieren. Sie helfen auch praktische Fragestellungen zu beantworten, z. B. die Schneesicherheit eines Gebietes zu bestimmen oder ein optimales Kosten-Nutzen Verhältnis von Präventionsmassnahmen (Lawinenverbauungen, temporäre Sperrungen, Schneelastnormen) zu finden. Ausserdem lassen sich mit Hilfe dieser Beobachtungen aktuelle Situationen, wie regelmässig im Wochenbericht veröffentlicht, richtig einordnen. Typische Produkte der Schneeklimatologie sind auch die jährlich im Winterbericht publizierten Karten, die die Schneehöhe im Vergleich zum langjährigen Mittel zeigen (Abb. 1) und der Schneetage-Index (langfristige Entwicklung der Anzahl Tage mit ausreichender Schneebedeckung für verschiedene Höhenzonen) (Abb. 2). Kontakt |