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Projektdauer: 2010 - 2013

FIS Injury Prevention

Verletzungsrisiko bei Weltklasseathleten

Wer im Weltcup reüssieren will, muss an seine physischen Grenzen gehen – und manchmal auch darüber hinaus. Die Belastungen sind während eines Rennens heute so hoch, dass sich die Athleten auch ohne Stürze verletzen können, wenn sie nicht zentral über dem Ski stehen. Über ein Drittel verletzte Athleten pro Saison zeugen von dieser immensen Beanspruchung des Körpers.

Der Internationale Ski Verband FIS hat deshalb das Sportwissenschaftliche Institut der Universität Salzburg beauftragt zu erforschen, wie das Verletzungsrisiko bei Weltcupathleten verringert werden kann. Als erster Schritt führten die Wissenschafter Interviews mit 63 Athleten, Trainer, Skifirmen und Funktionären durch. Dabei stellte sich heraus, dass v.a. die Schneebeschaffenheit und Pistenpräparation, die Kurssetzung, und das Material des Athleten das Verletzungsrisiko beeinflussen.

Vermessung von Rennstrecke & Vorfahrer

Deshalb untersuchten die Wissenschafter während der Saison 2010/11 und 2011/12 bei fünf Abfahrten, fünf Riesenslaloms und drei Super-G´s verschiedene Parameter aus diesen drei Bereichen. So bestückten sie z. B. die Vorfahrer mit GPS und Inertialsensoren, um die Geschwindigkeit und Kräfte, die auf den Athleten einwirken, erfassen zu können. Des Weiteren wurde untersucht inwiefern Krafteinwirkungen mit der Pistentopographie und Kurssetzung, die ebenfalls vermessen wurden, in Verbindung stehen. 

FIS_GPs

Abb. 1: Vermessung der Rennkurses via DGPS (li). Mit Sensoren ausgerüsteter Vorfahrer. Gemessene Geschwindigkeit des Vorfahres (re). 

Umfassende Pistencharakterisierung

Das SLF war bei diesen Weltcuprennen zuständig für die Charakterisierung der Pisteneigenschaften und der Pistenpräparation. Zu diesem Zweck wurden im Untersuchungsdesign subjektive und objektive Charakterisierungsmethoden auf unterschiedlichen Grössenskalen kombiniert:

  • CT-Scans von Schneeeproben an 2-4 Positionen 
  • Messungen der Schneetemperatur, -Dichte, -Härte und Korngrösse an 5 bis 15 Positionen mit jeweils 3 bis 12 Einzelmessungen
  • Bewertung von Pistenhärte mittels Rammsondenpenetration an 10 - 30 Positionen
  • Subjektive Bewertung von Pistenhärte, Aggressivität, Ebenheit der Oberfläche, Schäden und Homogenität möglicht für jedes Tor
  • Klassische Bestimmung von Korngrösse, Kornform mittels Lupe und Rasterbrett
  • Fragebögen zu den Pisteneigenschaften für die Athleten
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Abb. 2: SLF-Forscher misst Korngrösse & Schneetemperatur (li). USB- Mikroskopaufnahme der Schneekörner. Rastergrösse 1 mm (re).

Der Verletzungsfaktor Material wurde in einer gesonderten Kampagne anhand von verschiedenen Prototypen mit unterschiedlichen Skigeometrien bereits im April 2011 untersucht. Ergebnisse dieser Untersuchung gaben der FIS Anlass zu Änderungen im Reglement für die Saison 2012/13. 

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Stichworte Pistenschnee, Biomechanik, GPS, CT