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Ski Freestyle

Analysen für bessere Landung

Freestyle
Abb. 1: Evelyn Leu bei der Sprungvorbereitung, ausgerüstet mit EMG Sensoren (Elektromyografie - Diagnostik in der Neurologie, bei der die elektrische Muskel-Aktivität gemessen wird) und Drucksohlen und bekleidet mit dem speziell angefertigten Rennkombi.

Eines der von Swiss Olympic finanzierten Projekte ist das Projekt „Freestyle Landung“. Bei mehreren Athleten und Athletinnen der Schweizerischen Skiakrobatik Nationalmannschaft stellten Probleme bei der Landung, insbesondere „tiefe Landungen“ (Zusammenstauchen des Körpers), ein wesentliches Hindernis dar, um in die Weltspitze vorzudringen oder kontinuierlich trainieren zu können (Verletzungen).

Die Aufgabe des SLF war es, mögliche Gründe für die Defizite bei der Landung zu identifizieren. Dabei wurden folgende Parameter untersucht: die Körperposition in der Landung, die Muskelaktivierung vor der Landung („Körperspannung“), die physiologischen Voraussetzungen der Athleten und die Schneebeschaffenheit im Landungsbereich. Das Team um Projektleiter Dr. Anton Lüthi zeichnete die Körperpositionen bei der Landung auf der Trainingsschanze im Hasliberg mit mehreren Highspeed Videokameras auf (Abb. 3 und 4). Zur Erfassung der Schneebeschaffenheit in der Landezone wurde das am SLF Davos entwickelte SnowMicroPen eingesetzt.

Die beiden Swiss Olympic Medical Center in Magglingen und Leukerbad führten die physiologischen Diagnosetests durch. Dr. Beat Göpfert vom Labor für Orthopädische Biomechanik (LOB) der medizinischen Fakultät der Universität Basel dokumentierte die Muskelaktivierung mittels EMG-Sensoren (Abb. 1).

Optimale Körperpositionen mit grösstem Einfluss auf Landung

Die kürzlich abgeschlossene Auswertung der gesammelten Daten hat nun zu einem vertieften Verständnis der biomechanischen Abläufe in der Landung geführt. Sie erlaubt fundierte Aussagen über den Einfluss der gemessenen Parameter auf die Qualität der Landung. So wurde festgestellt, dass optimale Körperpositionen den grössten Einfluss auf eine gute Landung haben (Abb. 2). Auch individuelle Defizite der verschiedenen AthletInnen der Skiakrobatik Nationalmannschaft konnten identifiziert und die erarbeiteten Resultate den Trainern und AthletInnen präsentiert werden.

Freestyle Landung    
Abb. 2: Bestimmung von Knie-, Hüft- und Schulterwinkel aus der seitlichen Highspeed Kamera (Aufnahme mittels Dartfish Software).    

Zusätzlich entstand ein Technikleitbild, an dem sich Training und Landeschulung orientieren können. Anschliessend überprüfte die Nationalmannschaft aufgrund einer detaillierten, individuellen Landestatistik, ob das entwickelte Technikleitbild mit den eingeführten spezifischen Trainingsmethoden zu besseren Landenoten führt. Diese wären ein wichtiger Baustein, um als SkiakrobatIn in Zukunft an olympischen Winterspielen Medaillen gewinnen zu können.

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