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Publikationen

  • Bassan et al., 2005: Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent and other Organic Pollutants: a multinational approach to investigate the contamination of the Alps with organic compounds. Organohalogen Compounds Vol 7 67  -840.
Projektdauer: 2004 - 2007

Alpines Überwachungsnetzwerk für persistente und andere organische Schadstoffe

Problemstellung

Fichtennadeln
Foto: I. Sedivy

POPs (persistent organic pollutants) sind schwer abbaubare organische Schadstoffe, die sich in organischem Material und in der Nahrungskette anreichern. Für Mensch und Tier bergen sie eine ganze Reihe von Gefahren. Dazu zählen Anomalien und Deformationen von Embryonen ebenso wie gestörte Entwicklungsabläufe im Baby- und Kindesalter. Des weiteren sind solche Chemikalien die Ursache von Krebserkrankungen und sie schädigen das Nerven- sowie das Immunsystem. Auch wirken einige dieser Stoffe im Organismus wie körpereigene Hormone und stören deshalb den Hormonhaushalt. Dies führt bei einigen Tiere zu Störungen der Fruchtbarkeit bis hin zu Unfruchtbarkeit.

Aufgrund ihrer chemischen Eigenschaft verflüchtigen sich POPs in den warmen Regionen und werden in der Atmosphäre über weite Distanzen transportiert. In kalten Regionen kondensieren sie dann wieder aus und reichern sich an. Besonders stark belastet sind daher Arktis und Antarktis, die weit entfernt von den Regionen liegen, wo POPs tatsächlich produziert und verwendet werden. Auch in den Alpen ist es kalt und zusätzlich bilden diese eine Barriere für Luftmassen aus allen Windrichtungen. Es liegt daher nahe, zu vermuten, dass POPs auch in den Alpen in hohen Konzentrationen vorkommen. Nachdem erste Studien diese Vermutung bestätigt haben, wurde das Project MOPNARPOP (Monitoring Network in the Alpine Region for Persistent and other Organic Pollutants) gestartet, um die momentane Situation im Alpenraum abzuschätzen. Beteiligt sind Österreich, Deutschland, die Schweiz, Italien und Slowenien mit Unterstützung des Alpine Space Programme (INTERREG IIIB) der EU.

Zielsetzung

MONARPOP untersucht POPs und andere organische Schadstoffe bezüglich

  • Langstreckentransport und Mengen, die in abgelegene Alpenregionen verfrachtet werden
  • Windrichtungen aus welchen die grössten Mengen verfrachtet werden
  • regionaler Unterschiede im Alpenraum
  • unterschiedlichen Höhenlagen
  • momentanen Mengen, die in den alpinen Wäldern gebunden sind
  • möglichen biologischen Auswirkungen der gefundenen Mengen
Stichworte Wald-Ökosystemprozesse, Kreisläufe, Waldentwicklung, Schadstoffe, POP (Persistente organische Schadstoffe)