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Projektdauer: 2002 - 2015

Erhebung, Ursachenanalyse und Diagnose von Wald- und Baumkrankheiten

Verschiedene Ursachen können zum Absterben von Eichen führen
Verschiedene Ursachen können zu Absterbe-Erscheinungen an Eichen führen.
 
In diesem Fall ist der Tropfende Schillerporling am Absterben der Eiche beteiligt
In diesem Fall ist der Tropfende Schillerporling (Inonotus dryadeus) am Absterben der Eiche beteiligt.

Fotos: R. Engesser (WSL)

An der Beratungsstelle für Baum- und Waldkrankheiten werden die Ursachen von Baumkrankheiten mittels differenzialdiagnostischen Methoden analysiert. Das Probenmaterial stammt aus eigenen Untersuchungen oder wird von Waldbesitzern, Förstern und weiteren Kunden direkt ans Diagnoselabor verschickt. Nachdem die Einsender über das Untersuchungsresultat inklusive dem geeignetem weitern Vorgehen informiert wurden, wird das Ergebnis erfasst und dient als wichtige Quelle für die aktuelle Beurteilung der Waldgesundheit.

Abiotische Einwirkungen, Bakterien oder Pilze verursachen sichtbare Absterbe-Erscheinungen an Wald- und Parkbäumen. Politik sowie Kantonale Forstdienste, Waldbesitzer und die Verantwortlichen für Park- und Gartenbäumen müssen gezielte, ökologisch vertretbare Massnahmen in Erwägung ziehen, um einer Ausbreitung von unerwünschten Auswirkungen auf den Wald zu verhindern. Sie werden dabei durch Fachspezialisten unterstützt, welche eine wissenschaftlich kompetente und verlässliche Ursachenanalyse erstellen.

Aus Kostengründen wird diese Leistung sinnvollerweise von einer zentralen Stelle in der Schweiz erbracht. Bedrohungen wie Global Change und die Gefährdung des Waldes durch invasive Krankheitserreger, welche aufgrund zunehmender internationaler Warenflüsse ansteigt, erfordern eine zentrale Überwachung, Erfassung und Dokumentation der Baumkrankheiten in der Schweiz.

Ziele

  • Ursachen, Vorkommen und Entwicklungstendenzen von Wald- und Baumkrankheiten in der Schweiz sind bekannt.
  • Kantonale Forstdienste, Waldbesitzer, Verantwortliche für Park- und Gartenbäume können auf eine wissenschaftlich kompetente Beratungsstelle für Wald- und Baumkrankheiten zurückgreifen.
  • Ämter und Behörden können sich, insbesondere bei Fragen zur Stoffverordnung und zu forstlich bedeutsamen Quarantäne-Organismen (Vorkommen, Identifikation, Vorbeugung, Gefährdungspotenziale, Massnahmen), beraten lassen.

Wissenschaftliche Methode

  • Differentialdiagnose, Gutachten, eigene Ursachenforschung, Fallstudien und jährliche Umfragen beim Forstdienst zu aktuellen forstpathologischen Ereignissen dienen der Informationsbeschaffung.
  • Neue Erkenntnisse aus eigener Tätigkeit, Erfahrungen aus der Praxis im In- und Ausland sowie aus der Wissenschaft werden umgesetzt.
  • Die Resultate der Umfragen und der bearbeiteten Anfragen werden systemastisch registriert und dokumentiert. Dies ermöglicht die gezielte Verwendung der Erkenntnisse für Prognosen, historische Vergleiche und ein Expertensystem für Baumerkrankungen (Diagnose online).

Bedeutung für Forschung und Praxis

  • Unterstützung von Politik und Praxis bei forstpathologischen Problemen, inklusive bei Ereignissen, welche durch abiotische Faktoren bedingt sind.
  • Weiterbildung der Praxis mittels Vorträgen und Kursen zu Baumkrankheiten.
  • Hinweise für die Forschung über interessante aktuelle Waldschutzprobleme.
  • Auskunftsstelle für Fragen zu Pflanzenschutzmitteln (ChemRRV).

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Stichworte forest pathology, forest and tree diseases, fungi, advisory service, monitoring, forest health