|
Biodiversität
Landschaftsentwicklung
Management von Naturgefahren
Nachhaltige Ressourcennutzung
Waldökosysteme
Forschungseinheiten
Forschungsprogramme
Im Fokus
Mitarbeitende
Organisation
Aufgaben
Geschichte
Jobs und Karriere
Kontakt und Anfahrt
Weitere Informationen
Multifunktionale nachhaltige Waldnutzung in der Region GreifenseeProblemstellungDieses Projekt war ein Teil des Greifenseeprojektes, in dem Konzepte zur wirtschaftlichen, sozialverträglichen und ökologischen Landnutzung entwickelt wurden. Als Untersuchungsgebiet diente die Region Greifensee (Abb. 1), eine typische Landschaft des Schweizer Mittellandes mit rund 19% Wald.
Dieser Wald stellt je nach Zusammensetzung (Baumarten, Alter, Struktur, etc.) verschiedene Produkte und Dienstleistungen bereit, die von der Gesellschaft konsumiert werden. Viele dieser Produkte und Dienstleistungen haben öffentlichen Charakter und fallen als Koppelprodukte der Holzproduktion an. Da sich die Holzproduktion auf die Zusammensetzung des Waldes auswirkt, beeinflusst sie direkt auch Qualität und Quantität der anderen bereitgestellten Produkte und Dienstleistungen. In diesem Projekt werden diese Zusammenhänge untersucht. ProjektzieleFolgende Fragen standen im Vordergrund:
Wissenschaftliche MethodenZur Beantwortung dieser Fragen wurde zuerst ermittelt, welche Produkte und Dienstleistungen in der Region wichtig sind. Dazu dienten sechs grundsätzlich verschiedene Gewichtungsmethoden, die jedoch alle mehr oder weniger dieselben Resultate lieferten. Im Untersuchungsgebiet sind folgende die wichtigsten Waldprodukte und -dienstleistungen:
Sie wurden mit folgenden Indices beschrieben:
Mit Hilfe einer Literaturauswertung wurden die Zusammenhänge zwischen den Merkmalen eines Waldes und den von ihm bereitgestellten Produkten und Dienstleistungen (bzw. den gewählten Indices) geklärt und in Modellen beschrieben. Danach wurde der heutige Waldzustand erfasst und die Waldentwicklung unter sechs verschiedenen Bewirtschaftungsstrategien über 50 Jahre mit dem Waldwachstumssimulator SILVA 2.2 simuliert. Die sechs Bewirtschaftungsstrategien waren:
Die sich unter der Bewirtschaftung verändernden Wälder wurden laufend in Bezug auf die bereitgestellten Waldprodukte und -dienstleistungen (bzw. Indices) anhand der Modelle bewertet und in sog. Kiviat-Diagrammen dargestellt (s. unten). Für diese Diagramme wurden die Indexwerte auf 0 - 1 standardisiert, wobei die 0 dem während der Simulation aller Strategien erreichten Minimum und die 1 dem entsprechenden Maximum entsprachen.
Resultate
Obwohl die Strategie
ER, die Erholungseignung des Waldes verbessern sollte, erzielte
sie während der Simulation keine hervorragenden Erholungswerte.
Dies hängt mit der Definition der Strategie zusammen: Die räumliche
Vielfältigkeit (Mosaik) wurde nicht gezielt beeinflusst und
es wurde immer auf dieselben Baumarten verjüngt. Dadurch verringerten
sich der Mosaikwert und die Erholungseignung langfristig. Falls aber nicht nur ein Anspruch im Vordergrund steht, sondern
auch die Multifunktionalität eines Waldes erhalten bleiben
soll, sind generell die Strategien BU, KE und ER zu empfehlen. Sie
erfüllen alle verschiedenen Ansprüche mehr oder weniger
gut, und zwar langfristig und nachhaltig. Das Business-as-usual,
das ja die vergangene Bewirtschaftung in die Zukunft weiterführt,
wird also auch in Zukunft seine Berechtigung in multifunktionalen
Wäldern haben. Da aber im Untersuchungsgebiet die Waldbewirtschaftung
wirtschaftlich nicht interessant ist, sind entsprechende finanzielle
Anreize nötig, damit die von der Gesellschaft nachgefragten
Produkte und Dienstleistungen auch tatsächlich in gewünschter
Qualität und Quantität bereitgestellt werden. Im Untersuchungsgebiet konnten die meisten Ansprüche an den Wald räumlich konkret dargestellt werden. Dazu dienten Modellrechnungen (Erholungsdruck und Schadstoffimmissionen) und verschiedene Inventare der kantonalen Verwaltungen (Artenreichtum, Naturnähe und Grundwasserschutzkarten). Bezüglich Biotopwert und Holzproduktion konnte keine räumlich konkrete Aussage gemacht werden. Durch den Vergleich dieser Ansprüche mit dem Waldzustand konnten Erfüllungsgrade abgeschätzt werden:
Je nach Strategie variiert der Erfüllungsgrad der einzelnen Ansprüche während der Simulation zum Teil beträchtlich. Die Empfehlungen zur Strategiewahl auf diesen Flächen unterscheiden sich jedoch von jenen für das gesamte Untersuchungsgebiet nur geringfügig. Bedeutung für Forschung und PraxisDie Kombination von Bewertungsmodellen und Waldwachstumssimulation ist eine Erfolg versprechende Methode, potentielle Auswirkungen der Bewirtschaftung auch auf öffentliche Produkte und Dienstleistungen abzuschätzen. Der modulare Aufbau der Methode lässt viel Spielraum offen und ermöglicht, regionale Besonderheiten zu berücksichtigen. So könnte zum Beispiel im Zuge der Waldentwicklungsplanung ganz konkret aufgezeigt werden, wie sich die Erholungseignung eines Waldstückes in Zukunft verändern wird - falls diese oder jene Bewirtschaftungsmethode angewendet würde. Dabei zeigen aber die durchgeführten Simulationen klar, dass eine Änderung der Bewirtschaftungsstrategie erst nach 15 bis 20 Jahren spürbare Auswirkungen zeigt. Finanzierung
Publikationen
Kontakt
|