Die
massenhafte Vermehrung von Borkenkäfern (Gradation) kann v.a. nach Stürmen nie ganz verhindert
werden. Hingegen ist es in vielen Situationen möglich, einer örtlichen
Massenvermehrung zuvorzukommen oder sie zu einem schnelleren Abklingen zu
bringen. Die nach Lothar empfohlenen Massnahmen sind auf den Seiten des Waldschutz
Schweiz der WSL zu
finden. Einige
grundsätzliche Überlegungen sind im folgenden stichwortartig aufgeführt. Daneben
verweisen wir auch auf die Schrift "Entscheidungshilfe bei Sturmschäden im
Wald", die das Bundesamt für Umwelt BAFU im Jahr 2000 herausgegeben hat.
|
|
|
Gefährdung
- Speziell
nach Stürmen mit grossem Fichtenholzanfall ist immer die Gefahr einer Buchdrucker-Massenvermehrung gegeben.
- Anfällig sind ausgedehnte, fichtenreiche Sturmschadengebiete.
- Gefährdet
sind die angrenzenden Bestände mit hohem Fichtenanteil (-> Bevorzugtes Brutmaterial).
|
|
Verhütung
von Stehendbefall
- Bei grossen
Sturmflächen Räumungsmassnahmen regional koordinieren (nicht am einen Ort umfangreiche Massnahmen, 300 m weiter entfernt liegenlassen).
- Können die
grossen Sturmflächen nicht vor dem Ausflug der nächsten Generation geräumt
werden, Konzentrieren auf Streuschäden.
- Bei
kleineren Sturmflächen und grossem Käferdruck warten, bis das liegende Holz
befallen ist (= Fangbäume), dann vor dem Ausfliegen der Käfer räumen oder
entrinden. Dies entlastet die vom Sturm in Mitleidenschaft gezogenen, stehenden
Randbäume.
- Tritt bereits Stehendbefall auf, Konzentration auf diesen.
|
|
Massnahmen
nach Stehendbefall
Im
allgemeinen wird davon ausgegangen, dass korrekt durchgeführte Bekämpfungsmassnahmen den Folgebefall etwa halbieren. Gerade bei der Sanierung von Bestandesrändern müssen jedoch folgende
Überlegungen gemacht werden:
Positiver
Effekt:
- Die rechtzeitige, vollständige Räumung von Käfernestern eliminiert einen
grossen Teil der lokalen Käferpopulation.
Negative
Effekte:
- Die Zwangsnutzungen eliminieren auch die im Aufbau begriffenen
Populationen der natürlichen Gegenspieler. Vielfach verbleiben sie einige Tage bis Wochen länger unter der Rinde als die Borkenkäfer. Die Nutzung frisch vom Borkenkäfer verlassener Bäume ist somit kontraproduktiv.
- Durch die
Zwangsnutzungen werden neue Randbäume freigestellt, die dadurch vorübergehend
in eine Stresssituation geraten und für Borkenkäfer attraktiv werden.
|
|
- Wird ein Befall im Anfangsstadium erkannt und saniert, ist der Eingriff erfolgsversprechender. Da nicht nur
die lokale Käferpopulation an der Ausbreitung eines Herdes beteiligt ist,
sondern auch viele Käfer aus der Umgebung zufliegen, ist das regional
koordinierte Vorgehen wichtig.
- Nutzlos bis kontraproduktiv sind jedoch "Zwangsnutzungen" von
Käferfichten, aus denen die Borkenkäfer bereits ausgeflogen sind, die jedoch noch natürliche Feinde beherbergen (s.o.). Solche Bäume können als Lebensraum für totholzbewohnende Organismen stehen gelassen werden.
Holzlagerung
Informationen
zur Holzlagerung sind bei unserem Beratungsdienst Waldschutz Schweiz zu finden.