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Potenziale, Bereitstellung und Nutzung

Waldenergieholz
Foto: Fritz Frutig, WSL
 
Waldenergieholz
Foto: Ulrich Wasem, WSL

Waldholz ist eine erneuerbare Ressource und wird nachhaltig produziert. Das heisst unter anderem, langfristig nicht mehr als den Zuwachs zu nutzen und Umweltschäden zu vermeiden. Das Waldholz-Potenzial ist begrenzt und seine Verfügbarkeit unsicher.

Die Angebotsseite - Leistungsfähigkeit der forstlichen Produktion

Die gesamte nachhaltig nutzbare Holzmenge im Schweizer Wald beläuft sich auf ca. neun Millionen Kubikmeter pro Jahr. Als Waldenergieholz können – vorsichtig geschätzt – jährlich rund drei Millionen Kubikmeter bereitgestellt werden. Diese Potenzialangaben alleine sagen jedoch nichts aus über die eigentliche Verfügbarkeit, weil die Nutzung in der Regel wirtschaftlich sein muss, weil weil die Nutzungsinteressen der Waldeigentümer unterschiedlich sind und sich unterschiedliche Verwerter für denselben Rohstoff interessieren.

Eine gewisse Mehrnutzung von Waldenergie- und Industrieholz ist gegenüber dem Status quo wie folgt möglich:

  • noch vorhandene Waldholzpotenziale vollständig nutzen (sofern ökologisch verträglich)
  • die Effizienz in der Produktion und bei der ernte steigern und dabei waldbauliche Spielräume nutzen
  • Energie- oder Industrieholzplantagen anlegen (sofern möglich und sinnvoll)

Für eine intensivierte Holznutzung benötigt das forstliche Management gute Grundlagen:

  • Welche Holzsortimente können in welchen Mengen wo und wann geerntet werden?
  • Was kostet es, das Holz bereitzustellen und was kann dafür erlöst werden? Zu welchem Zweck wird es voraussichtlich verwendet?
  • Droht den Waldböden schädlicher Nährstoffentzug durch eine intensivierte Ernte?
Weiterführende Informationen

Die Nachfrage - Thesen zur langfristigen Entwicklung der Holzverwendung

Angesichts des weltweiten Ressourcen- und Energiehungers werden Waldenergieholz wie auch andere Holzsortimente knapp. Ein beträchtlicher Teil der aktuell für die energetische Verwendung in Frage kommenden Holzsortimente eignet sich auch als Industrieholz, insbesondere für die Produktion von Zellstoff und Spanplatten. Biomasse als einzige erneuerbare Ressource für organischen Kohlenstoff ist zunehmend auch für die chemische Industrie von grosser Bedeutung. Zusätzlich kann in Holzprodukten wie in Holzhäusern und Möbeln langfristig CO2 gebunden werden.

Aus diesen Überlegungen heraus hat die stoffliche Nutzung von Holz Vorrang vor der energetischen Nutzung. Grundsätzlich drängt sich eine so genannte Kaskadennutzung auf, welche zuerst eine stoffliche und anschliessend eine energetische Holznutzung vorsieht.

Hinzu kommt, dass der Anteil von Holz an der Energie-Bedarfsdeckung gering und sein Einsatz möglicherweise nicht zwingend notwendig ist. Einsparung und Effizienz sowie der Einsatz anderer regenerativer Energien sind wirkungsvoller und deshalb wichtiger. Letztlich bestimmt jedoch die Nachfrage auf den Märkten, ob der Rohstoff Holz in die stoffliche oder die energetische Verwendung wandert.

Die optimale energetische Verwendung von Holz könnte nach Ansicht von Energiefachleuten langfristig wie folgt aussehen:

  • Wärme: Gewerblicher Einsatz als Prozesswärme mit hohem Temperaturniveau; um Niedertemperaturwärme im Gebäudebereich zu erzeugen, bieten sich eher andere Technologien an; Holz und andere Biomasse sind hierfür zu wertvoll.
  • Strom: Der effiziente Einsatz von Holz und anderen Biomassen ergibt sich vor allem in der Kraft-Wärme-(Kälte)-Kopplung und hier möglichst als Ausgleichsenergie, nicht für die Grundlast.
  • Kraftstoff: Die Mobilität wird in der Zukunft grundsätzlich strombasiert sein; es verbleibt lediglich ein ergänzender Restbedarf von Biotreibstoff, vor allem auf der Langstrecke.