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Risiken infolge intensivierter Energieholznutzung

Wald- und Energieholznutzung
Vollmechanisierte Holzernte: Äste mit Nadeln werden häufig auf der Rückegasse deponiert, was einem Export aus dem Bestand gleichkommt, den Boden aber auch vor Befahrungsschäden schützt.
Foto: Fritz Frutig, WSL
 
Nährstoffflüsse im Wald
Modell der wichtigsten Nährstoffflüsse in einem bewirtschafteten Waldökosystem

Weil Nährstoffmangel und Bodenverdichtung im Waldboden das Baumwachstum beeinträchtigen kann, ist es wichtig, dass die Forstpraxis über Methoden und Instrumente verfügt, mit denen sie eine nachhaltige Bewirtschaftung gewährleisten kann..

Nährstoffentzugsrisiko

Werden bei der Holzernte Baumteile wie Äste oder Blätter im Waldbestand zurückgelassen, wird diese Biomasse zu Humus abgebaut. Humus begünstigt die Bodenstruktur und ist für die Speicherung und Freisetzung von Wasser und Nährstoffen wichtig. Eine übermässige Nutzung der Biomasse, wie sie bei der intensivierten Energieholznutzung passieren kann, mindert die Bodenfruchtbarkeit, was das Zuwachspotential der Wälder beeinträchtigt und deren Nutzungsmöglichkeiten langfristig verringert. 

Deshalb haben WSL-Mitarbeitende der Forschungsgruppen Forstliche Produktionssysteme und Waldböden und Biogeochemie die Zu- und Abflüsse der Nährstoffe im Wald modelliert und gezeigt, wie sich verschiedene Holzernteverfahren und Baumeinteilungsvarianten auf die Nährstoffbilanz auswirken und wie diese bezüglich der Nachhaltigkeit zu beurteilen sind. Diese Nährstoffbilanzierungsmodell wurde anhand konkreter Fallbeispiele getestet. Aus den gewonnen Erkenntnissen lassen sich Strategien ableiten, mit welchen man die Risiken einer Unterversorgung mit Nährstoffen vermeiden kann.

Physikalischer Bodenschutz

Für die wirtschaftliche Produktion und Ernte von Energieholz sind hochmechanisierte Arbeitsverfahren unabdingbar. Beim Einsatz der Maschinen ist wie bei der Ernte der anderen Holzsortimente auch der physikalische Bodenschutz zu beachten. Gesunde Böden sind die Voraussetzung für eine umfassende Nachhaltigkeit im Wald. Sie sind ein System mit grosser Selbsterhaltungskraft. Das unsachgemässe Befahren von Waldböden mit Forstmaschinen verursacht tiefgreifende und langfristig wirksame Veränderungen, welche die Bodenfunktionen beeinträchtigen. Eine reduzierte Bodenfruchtbarkeit beeinträchtigt die Leistungsfähigkeit des Waldes für die Holzproduktion. Aber auch Klima- und Trinkwasserschutz sind gefährdet. Ein WSL-Merkblatt gibt einen Überblick über die bodenkundlichen Grundlagen und die zu treffenden Massnahmen beim physikalischen Bodenschutz im Wald. Es soll die Akteure in der Praxis informieren, sensibilisieren und die Umsetzung der gesetzlichen Vorgaben fördern.

Merkblatt Physikalischer Bodenschutz im Wald Lüscher, P.; Frutig, F.; Sciacca, S.; Spjevak, S.; Thees, O., 2010:
Physikalischer Bodenschutz im Wald. Bodenschutz beim Einsatz von Forstmaschinen. 2. Aufl.

Merkbl. Prax. 45: 12 S.
Weiterführende Informationen