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Management Waldnutzung

GPS-HAndy

Foto: Dieter Seeger

HeProMo-Cover

Titel-Cover der Programm-CD "HeProMo"

Das praxisorientierte Forschungsprogramm Management einer zukunftsfähigen Waldnutzung will die wirtschaftliche Situation der Waldbewirtschaftung in der Schweiz durch organisatorische Neugestaltung und den Einsatz moderner Informationstechnologien verbessern.

Die Waldgesetzgebung des Bundes und der Kantone berücksichtigt die vielfältigen Funktionen des Waldes, namentlich seine Schutz-, Wohlfahrts- und Nutzfunktion (Waldfunktionen). Die Gesetzgeber wollen damit die nachhaltige Bewirtschaftung des Waldes sicherstellen. Das bedeutet, dass seine Funktionen dauernd und uneingeschränkt zu gewährleisten sind. Diese Forderungen zu erfüllen, wird heute zunehmend schwieriger. Gründe dafür sind unter anderem folgende:

  • Auf den Märkten für Rohholz, Holzhalb- und Fertigwaren sowie für Substitutionsprodukte herrscht starke internationale Konkurrenz.
  • Sie setzt die einheimischen Forstbetriebe unter grossen Preis- und Leistungsdruck.
  • Die Betriebe sind jedoch wegen hoher Produktionskosten und langer Durchlaufzeiten nicht mehr konkurrenzfähig, was den Absatz ihrer Holzprodukte gefährdet.

Die wirtschaftliche Lage der Forstbetriebe ist aus verschiedenen Gründen äusserst angespannt:

  • Die Bewirtschaftung der Wälder ist infolge kleinflächiger Besitzes- und Bewirtschaftungsstrukturen oft ineffizient und teuer. In vielen Fällen ist die Produktion von Gütern und Dienstleistungen zu wenig kundenorientiert. Moderne Informations- und Kommunikationstechnologie wird bisher nur am Rande eingesetzt.
  • Unternehmerisches Denken und Handeln ist zu wenig vorhanden. Dies nicht zuletzt deswegen, weil hoheitliche und betriebliche Funktionen oft miteinander verflochten sind.
  • Die zu erbringenden Leistungen sind vielfach weder klar definiert noch ist ihre Finanzierung geregelt. So werden einerseits von der Gesellschaft zwar stillschweigend Leistungen erwartet, diese aber nicht angeordnet. Andererseits werden von Forstbetrieben Leistungen erbracht, welche nicht explizit nachgefragt werden, was zu nichtfinanzierten Aufwänden führt.

Die beschriebene Situation stellt für die Waldbewirtschaftung eine grosse Herausforderung dar. Einerseits sind vielfältige und zugleich hohe Anforderungen im ökonomischen, ökologischen und sozialen Bereich optimal zu erfüllen. Andererseits sind die traditionellen betrieblichen Strukturen und Abläufe den neuen Herausforderungen nicht gewachsen. Daher ist die Bewirtschaftung des Waldes entsprechend neu zu gestalten und zu lenken. Die Planungs- und Vollzugsysteme sind im Hinblick auf die nachhaltige Erbringung der geforderten Leistungen zu optimieren und deren Finanzierung sicher zu stellen. Dabei sind die Kundenorientierung, neue Organisations- und Zusammenarbeitsformen sowie die Nutzung moderner Kommunikations- und Informationstechnik von zentraler Bedeutung. Es müssen daher innovative Lösungsansätze der Bewirtschaftung entwickelt und in der Praxis umgesetzt werden.

Ziele und Aufbau

Das Programm Management einer zukunftsfähigen Waldnutzung will das betriebliche Management mit Grundlagen, Methoden und Instrumenten unterstützen, um

  • wettbewerbsfähige forstliche Betriebe und Unternehmen zu schaffen,
  • die Wirtschaftlichkeit und Finanzierbarkeit der Waldnutzung zu sichern,
  • die Produktionskette Holz in ganzheitlicher Hinsicht zu optimieren und
  • einen Beitrag zur nachhaltigen Entwicklung zu leisten.

Diese Ziele korrespondieren in wesentlichen Punkten mit jenen des Waldprogramms Schweiz (WAP).

 

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