Das Buch zeigt auf, wie die Walddynamik in den Schweizer Naturwaldreservaten seit 1960
abgelaufen ist, worin Naturwälder sich von bewirtschafteten Wäldern
unterscheiden und inwiefern sie wieder zu Urwäldern werden. Es stützt sich dabei auf Resultate aus 50 Jahren Forschung in
Schweizer Naturwaldreservaten und macht diese hiermit erstmals einem
breiten Publikum zugänglich. Dabei werden 14 Naturwaldreservate porträtiert.
Kurzbeschreibung auf der Website des Haupt Verlages
Am 14. November 2011 fand an der ETH Zürich im Rahmen der Montagskolloquien des ITES ein Kolloquium zur Reservatsforschung statt. --> Weitere Informationen.
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| Abb. 1 - Das Naturwaldreservat Scatlè bei Brigels im Kanton Graubünden |
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Abb. 2 -
Totholz: wichtiges Habitat in Naturwaldreservaten
Fotos: P. Brang (WSL) |
Der Schweizer Wald wird seit Jahrhunderten intensiv
genutzt. Die verbleibenden Urwaldreste (Abb. 1) sind verschwindend klein. Im
Rahmen seiner Strategie "Waldbiodiversität" unterstützt der Bund seit
1991 (Revision Waldgesetz) die Schaffung von Naturwaldreservaten. Diese Flächen
sollen über Jahrzehnte wieder Urwäldern ähnlich werden. Gegenwärtig sind rund
10'708 ha Schweizer Wälder (= 0,87% der Waldfläche) als Naturwaldreservate
eingerichtet; dazu kommen der Bewirtschaftung entzogene Wälder in
Komplexwaldreservaten.
Doch wie entwickelt sich der Wald in diesen Reservaten? Gibt es tatsächlich Unterschiede zu bewirtschafteten Wäldern? Worin bestehen diese? Auf diese Fragen sucht der Bund eine Antwort, um die Wirkung seiner Reservatspolitik zu prüfen. Doch auch die Forschung ist an Naturwaldreservaten sehr interessiert: Es sind einzigartige Freilandlaboratorien, in denen zum Beispiel Fragen zu Waldentwicklung und Biodiversität untersucht werden können.
Die ETH erforscht schon seit 1948 die Waldentwicklung in Schweizer Naturwaldreservaten (Abb. 2), und die WSL untersucht ebenfalls seit rund 80 Jahren die Walddynamik in Reservaten, namentlich im Nationalpark und seit kurzem auch im Sihlwald und in den ukrainischen Karpaten. Die Professur für Waldökologie der ETH Zürich, die Eidgenössische Forschungsanstalt WSL und das Bundesamt für Umwelt bündeln nun ihre gemeinsamen Interessen in einem langfristig ausgerichteten Forschungsprojekt.
Einerseits werden die vorhandenen Daten zur Waldentwicklung
in den 39 ETH-Naturwaldreservaten ausgewertet und die
Ergebnisse in der Schweiz und weltweit bekannt gemacht. Andererseits wird eine
standardisierte, praktikable Methode für ein
Schweizer Naturwaldmonitoring entwickelt. Dabei wird ein Teil der ETH-Reservate
weiter beobachtet. Der Wert der Daten-Zeitreihen der bisherigen ETH-Reservate
nimmt mit jeder neuen Inventur zu. Zusätzlich werden Reservate ins
Beobachtungsprogramm aufgenommen, die es zweckmässig ergänzen.
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