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Projektdauer: 1997 - 2047

Gruppenplenterung

Plenterwald im Schlierental
Plenterwald im Schlierental

Das koordinierte Programm "Gruppenplenterung" besteht aus:

  1. Langfristiges Programm: Behandlung von problematischen Fichtenbeständen im Gebirge mit dem Ziel der Verbesserung von Stufigkeit und Stabilität
  2. Koordinierte erste Projektphase: Überführung gleichförmiger, undurchforsteter Fichtenbestände in stufig aufgebaute Bestände im Gebirge

Ziele

a. Langfristiges Programm

Im Unterschied zu ökosystemaren Untersuchungen naturnaher, ungestörter Wälder liegt die Ausrichtung des langfristigen Programms Gruppenplenterung ausschliesslich in der forstlichen Behandlung und ihrer Wirkungen.

Die zeitrichtige Ausformung oder Förderung von Kleinkollektiven oder gruppenartigen Strukturen beginnt im Jungwuchs- und Dickungsstadium, falls nicht bereits durch die Naturverjüngung oder Aufforstung entsprechende Strukturen bestehen. Der Normalfall, die Behandlung von Jungwüchsen und Dickungen soll in beispielhaften Fallstudien erfasst und für die Forschung und Praxis dokumentiert werden. Die Ausgangssituation wird festgehalten und die Wachstumsreaktionen nach Eingriffen bis hin zum Altbestand beobachtet. Die Waldzustände und Entwicklungsprozesse werden im Hinblick auf Stabilität, Nachhaltigkeit und weiterer Waldfunktionen untersucht und interpretiert. Im weiteren sind die Flächen und die Daten für andere Forschungsprojekte an der WSL und für Externe nutzbar. Projekte durch andere Forschungsgruppen auf den Weiserflächen sind sehr erwünscht; Synergien sind denkbar mit Fragen zu Wild und Wald, Verjüngung, Schneeverteilung, Waldlawinen, Biodiversität.

Die konkreten Ziele sind:

  • Die Auswirkungen von Auslesedurchforstung und Gruppenplenterung auf Baumwachstums und Stabilität untersuchen und mit unbehandelten Teilflächen vergleichen.
  • Die Untersuchungen an unbehandelten und bereits behandelten Beständen sollen Einblick in die Wachstumsreaktionen und Strukturveränderungen durch Eingriffe geben.
  • Die Resultate bilden die Grundlage für Wachstumsprognosen und Risikoabschätzungen und sollen in Praxisempfehlungen umgesetzt werden.
b. Erste Projektphase

Mit dem Projekt sollen waldbauliche Empfehlungen zur Risikominderung von Gebirgswäldern erarbeitet werden. Die waldbaulichen Erfahrungen von Gebirgsförstern und der Gebirgswaldpflegegruppe werden einbezogen, retrospektive Daten liegen leider nicht vor.

Als erste Phase im Programm Gruppenplenterung werden Weiserflächen evaluiert und angelegt, Erstbehandlungen durchgeführt und anschliessende Wuchsreaktionen und deren Bezug zur Bestandesstabilität beurteilt. Die veränderten Konkurrenzverhältnisse von Einzelbäumen, die Wachstumsreaktionen und Strukturveränderungen durch Eingriffe im Bestand sollen in bezug zu Stabilitätskriterien quantifiziert werden.

Methoden

Als Behandlungsvarianten sind vorgesehen:

  • gruppen-/rottenartige Durchforstung mit Behandlungen innerhalb und zwischen Gruppen
  • unbehandelte Flächen, Kontrolle, Nullfläche
  • in Einzelfällen Hochdurchforstung

Standorte

Als erste Untersuchungsflächen wurden bearbeitet:

  • Waldareal Burst, Elm/GL
  • Waldareal Schmutzes Schwyberg, Plaffeien-Plasselb/FR
  • Waldareal Weissfleckenwald, Steg, Triesenberg/FL
  • Waldareal Uaul Grond, Siat/GR
  • Waldareal Zavragiawald, Obersaxen/GR

Publikationen

  • Bräker OU and Baumann E, 2002: Transforming unmanaged dense and uniform Alpine Norway spruce forests into heterogeneous, open stands. Poster at the 6th International Conference on Dendrochronology “Dendrochronology, Environmental Change and Human History”, Québec City, August 22nd-27th 2002.
  • Bachofen H, 2002: Erfassung der Verjüngung in Versuchsflächen der Waldwachstumsforschung; Methode und erste Resultate. In: Kenk G (Hrsg.) Deutscher Verband Forstlicher Forschungsanstalten. Sektion Ertragskunde. Jahrestagung 2002, Schwarzburg, 13.-15. Mai 2002. Freiburg, p. 177-184.
  • Bachofen H, Brang P, 2001: Verjüngungserfolg nach Pflegeeingriff. Bündnerwald 54 (2), 20-22.
  • Bachofen H and Zingg A, 2001: Effectiveness of structure improvement thinning on stand structure in subalpine Norway spruce (Picea abies (L.) Karst.) stands. Forest Ecology and Management 145 (2001) 137-149.

Kontakt

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