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Die Beobachternetze des SLF

Auch in Zeiten von Computer, Mobiltelefon und ausgeklügelter Sensorik sind Beobachtungen und Einschätzungen der Lawinengefahr sowie Handmessungen durch geschultes Personal wichtige Datengrundlagen für die Erstellung der Lawinenbulletins. Zu diesem Zweck unterhält das SLF ein umfangreiches Beobachternetz. Insgesamt arbeiten rund 180 Personen verteilt über die Schweizer Alpen temporär als Beobachter für das SLF. Die meisten von ihnen übermitteln täglich von November bis April Neuschnee, Schneehöhe und weitere wichtige Parameter von ihrem Messfeld. Die so erhobenen Daten decken sowohl die Bedürfnisse der Lawinenwarnung als auch der Schneeklimatologie ab. Wichtige Kriterien bei der Auswahl der Beobachterstationen sind ihre geographische Lage und die Höhenlage. Ausserdem sollen sie möglichst lückenlos die verschiedenen klimatologischen Regionen abdecken. Für Beobachtungen und Einschätzungen sind Stationen mit guter Einsicht in lawinenrelevantes Gelände besonders wichtig.

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Abb. 1: Verteilung der Beobachterstationen über die Schweizer Alpen. Die unterschiedlichen Farben und stehen für verschiedene Beobachtertypen. Die einzelnen Beobachtertypen haben verschiedene Aufgaben. Während die Beobachter der Vergleichstationen (VG) und Messstellen (MS) vor allem Messungen ausführen, machen die Regionalen Beobachter (RB) vor allem Beobachtungen und persönliche Einschätzungen.

Aufgaben der SLF-Beobachter

Die Beobachtertätigkeit umfasst eine Vielzahl von Aufgaben. Tag für Tag zwischen halb sieben und halb acht morgens messen viele SLF-Beobachter Neuschnee, Schneehöhe und Dichte des Neuschnees, charakterisieren die Schneeoberfläche, machen Wetterbeobachtungen und suchen das Gelände nach frischen Lawinenabgängen und Triebschneeablagerungen ab. Als Quintessenz aus allen Beobachtungen und Messungen schätzen sie die Lawinengefahr ab. Die Beobachter übermitteln die Daten über das Internet ans SLF. Alle zwei Wochen erstellen sie ausserdem an zahlreichen Messorten Schneeprofile. Dabei wird die Schneedecke bis zum Boden aufgegraben und untersucht. Schicht für Schicht werden Kornform und –grösse, Schneetemperaturen, Härte, Wassergehalt und Dichte bestimmt. Wurde das Profil am Hang aufgenommen, so lässt ein Rutschblockversuch Schlüsse zur Stabilität der Schneedecke am Profilort zu.

Voraussetzung für eine Beobachtertätigkeit für das SLF ist nebst grosser Zuverlässigkeit und Konstanz eine gewisse Affinität zum Schnee. Personen, die sich schon ihres Berufes wegen mit der Schneedecke und der Lawinengefahr auseinandersetzen, sind besonders geeignet. In den Reihen der SLF-Beobachter finden sich sowohl Bergbauern aus entlegenen Tälern, als auch Sicherheitsfachleute von hocherschlossenen Skigebieten. Nebst der beruflichen Vorbildung werden SLF-Beobachter in regelmässigen Abständen an Aus- und Weiterbildungskursen für ihre Tätigkeit geschult.

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Abb. 2: SLF-Beobachter werden an internen Kursen aus und weitergebildet. Nebst theoretischen Grundlagen beinhalten die Kurse auch einen praktischen Teil.