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Künstliche Lawinenauslösung oberhalb von Siedlungen

Die künstliche Lawinenauslösung hat in der Schweiz eine grosse Bedeutung für den Schutz von Verkehrsachsen und Schneesportgebieten. Bevor die künstliche Lawinenauslösung oberhalb von Siedlungen eingesetzt werden kann, sind sicherheitsrelevante Aspekte zu beurteilen. Das Team Schutzmassnahmen erarbeitet in Zusammenarbeit mit der Expertenkommission Lawinen und Steinschlag (EKLS) und dem Bundesamt für Umwelt (BAFU) dazu eine Praxishilfe.

In den letzten Jahren wurden festinstallierte Lawinenauslösevorrichtungen entwickelt, die ferngesteuert gezündet werden können. Dadurch ist es möglich, unabhängig von Sicht und Witterung Sprengungen durchzuführen. Durch die regelmässige Auslösung von kleineren Lawinen werden Grosslawinen unwahrscheinlicher. Problematisch ist jedoch, dass eine künstlich ausgelöste Lawine mit einer zu langen Auslaufstrecke im Siedlungsgebiet Schäden verursachen kann. Deshalb wird in der Schweiz die künstliche Lawinenauslösung zum Schutz von Siedlungen nur sehr zurückhaltend eingesetzt. Bevor die künstliche Lawinenauslösung oberhalb von Siedlungen zum Einsatz gelangen kann, müssen gewisse Voraussetzung erfüllt sein. Es muss ein Gutachten vorliegen und ein Sicherheitsdienst mit vorhandenem Sicherheitskonzept muss bestehen. In der Praxishilfe wird detailliert aufgeführt, welche Punkte im Gutachten zu beurteilen sind. Sehr wichtig ist die Untersuchung der Geländeverhältnisse, das Bestimmen des vorhandenen Schadenpotenziales und die Beurteilung der erforderlichen Absperrmassnahmen. Heikel kann sein, wenn grössere sogenannte sekundäre Anrissgebiete bestehen, wo ebenfalls Lawinen ausgelöst werden können oder wenn bereits kleine Lawinen den Rand des Siedlungsgebietes erreichen können. Das Team Schutzmassnahmen erstellt für Sicherheitsdienste solche Gutachten.

Frauentobel Schadenpotential
Anrissgebiet der Frauentobellawine Schadenpotenzial im Auslaufgebiet der Frauentobellawine.
   
Anrissgebiet
Übersichtsplan mit potentiellen Anrissgebieten der Frauentobellawine (blau markiert) und Wirkungszonen der Sprengpunkte (gründe Kreise)
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Stichworte Lawinen, Naturgefahren, Prävention, Risikomanagement