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Lawinenbulletin

Gemeinschaftsprodukt Lawinenbulletin

Beobachter    
Abb. 1: Neben Messungen und Beobachtungen am und im Schnee vor Ort ist auch der Blick ins Gelände eine Aufgabe der Beobachter, um zum Beispiel abgegangene Lawinen zu erfassen (Foto: SLF/B. Zweifel).    
     
Automatische Messstation    
Abb. 2: Automatische Messstationen liefern rund um die Uhr wesentliche Daten für die Einschätzung der Lawinengefahr (Foto: SLF/Th. Stucki).    
     
Rutschblocktest    
Abb. 3: Zusätzlich zu den Daten der Beobachter und Messstationen unterstützen Mitarbeiter des Lawinenwarndienstes die Einschätzung der Lawinengefahr mit eigenen Schneedeckenuntersuchungen im Gelände (Foto: SLF/M. Phillips).    
     
Briefing    
Abb. 4: Am täglichen Briefing um 15h präsentiert der Bulletindienst seine Analyse und Einschätzung (Foto: SLF/M. Oberhammer).    

Direkt hinter dem Lawinenbulletin stehen die Mitarbeiter/innen des Lawinenwarndienstes. Im Winter wie im Sommer sind sie für die Herausgabe der Lawinenwarnprodukte verantwortlich. Die umfangreichen Programme zur Erfassung und Auswertung der Daten sowie zur Erstellung und dem Versand der Warnprodukte werden vom Team „Warn- und Informationssysteme“ entwickelt. Zusammen mit der IT stellt dieses auch den reibungslosen Betrieb sicher. Die unmittelbare Zusammenarbeit mit den Forschenden unter einem Dach stellt ausserdem sicher, dass die Fragestellungen der Lawinenwarnung in der Forschung aufgenommen und Forschungsresultate in der Lawinenwarnung umgesetzt werden.

Beobachter und automatische Messstationen als Grundlage

Rund 180 ausgebildete Beobachter/innen liefern täglich die Grundlagendaten für die Arbeit des Lawinenwarndienstes (Abb. 1). Ohne diese Augen und Ohren in den verschiedenen Regionen der Schweiz wäre die Lawinenwarnung kaum möglich. Neben täglichen Beobachtungen und Messungen untersuchen sie auch mindestens jede zweite Woche die Stabilität der Schneedecke in Hanglagen. Mit den Beobachtern einher geht eine enge Zusammenarbeit mit behördlichen Lawinendiensten, Rettungsdiensten in den Skigebieten, Bergführern u.a.m.

Stündlich resp. halbstündlich verfügbare Messungen von rund 170 automatischen Stationen sind für die Beurteilung der Lawinengefahr ebenso wichtig wie Wetter-Vorhersageprodukte verschiedenster Anbieter (Abb. 2). Zusätzlich fliessen auch Rückmeldungen von Tourengängern zur Lawinengefahr oder Lawinenabgängen in die Beurteilung ein. In ausgesuchten Gebieten führen die Mitarbeitenden des Lawinenwarndienstes selbst Schneedeckenuntersuchungen durch und ergänzen damit die Informationen der Beobachter und Messstationen (Abb. 3). Die Website „Wie entsteht ein Bulletin?“ gibt einen schematischen Überblick über den Prozess der Gefahreneinschätzung im Lawinenbulletin.

Immer drei Prognostiker im Dienst

Von den insgesamt sieben Prognostikern bestreiten jeweils drei im Turnus den operationellen Lawinenwarndienst. In den Zwischen- oder dienstfreien Zeiten widmen sich die Mitarbeitenden verschiedenen Projektarbeiten.

Die Einschätzung der Lawinengefahr ist ein fortlaufender Prozess. Die Prognose für den folgenden Tag beginnt jeweils nach dem Mittag mit einer detaillierten Datenanalyse. Dabei werten die Lawinenprognostiker alle Informationen mit verschiedenen, eigens dafür entwickelten Programmen aus. Im Mittelpunkt stehen die lawinenbildenden Faktoren und ihre Entwicklung in den kommenden Tagen. Um 15 Uhr findet das tägliche Briefing statt (Abb. 4). Dort präsentiert der Bulletindienst seine Analyse und Einschätzung seinen Kollegen. Insbesondere Unsicherheiten werden thematisiert. Zum Schluss des Briefings stehen die Hauptaussagen des Lawinenbulletins, die regionale Gefahrenstufe, die besonders gefährdeten Geländeteile, die Schneedeckenbeschaffenheit und die zu erwartenden Neuschneemengen fest.

Anschliessend verfassen die Lawinenwarner den Bulletintext und produzieren die Gefahrenkarte. Noch vor deren Veröffentlichung sendet DRS 1 kurz vor 17 Uhr täglich ein Live-Interview mit dem Bulletindienst. In der Zwischenzeit werden die Lawinenbulletins in Französisch, Italienisch und Englisch übersetzt und um ca. 18 Uhr in diesen Sprachen veröffentlicht.

Um 05.30 Uhr des nächsten Tages beginnt der Bulletindienst mit der neuen Analyse. Das Hauptaugenmerk richtet sich auf unerwartete Entwicklungen in der Nacht und neue Informationen von Beobachtern oder Messstationen, die eine Anpassung der Einschätzung nötig machen könnten. Die neue Beurteilung wird um 8 Uhr publiziert.

In sich anbahnenden Grossschneefallsituationen geben die Prognostiker um 11 Uhr eine „Vorwarnung Schnee und Lawinengefahr“ an die Lawinendienste in den Gemeinden heraus, um sie möglichst frühzeitig vor einer heiklen Lawinensituation mit Gefahrenstufe 4 (gross) oder 5 (sehr gross) zu warnen. Diese Frühwarnung ist ein Gemeinschaftsprodukt von MeteoSchweiz und SLF. Publiziert wird sie über den InfoManager  resp. in Zukunft über GIN.

Und dann beginnt bereits wieder die neue Einschätzung für den folgenden Tag …

Erneuerung der Lawinenbulletins

Das Lawinenbulletin erscheint ab dem Winter 2012/13 in neuer Form und kann über www.slf.ch und die neue SLF App White Risk abgerufen werden. Weitere Infos.

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Stichworte Lawinenbulletin, Prognose, Lawinenwarnung