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mAvalanche - mobiles Lawinen Informationssystem

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Um eine brauchbare Lawinenprognose zu erstellen, muss zuerst der aktuelle Zustand von Schneedecke und Lawinengefahr bekannt sein. Diese Informationen werden wie folgt gesammelt (Details siehe hier):

  • ca. 180 Beobachter übermitteln am frühen Morgen oder am Mittag ihre Messungen, Beobachtungen und Einschätzungen (z.B. der aktuellen Lawinengefahr). Die Beobachter sind z.B. Bewohner hoch gelegener Siedlungen, Pistenchefs der Skigebiete, Lawinenverantwortliche von Gemeinden oder Passstrassen. Sie werden in Kursen des SLF aus- und weitergebildet. Ihre Beobachtungsgebiete sind möglichst gleichmässig über die Schweizer Alpen verteilt.
  • ca. 100 automatische IMIS- und ENET-Stationen messen Wetterparameter und Schneehöhe. Sie stehen meist in hohen Lagen und messen auch ohne Sicht und bei hoher Lawinengefahr rund um die Uhr. Zudem besteht Zugriff auf die etwa 70 ANETZ-Wetterstationen von MeteoSchweiz.

Als Ergänzung wurde in den letzten Jahren mAvalanche aufgebaut. Dabei übermitteln etwa 30 Bergführer mit ihrem iPhone ihre Beobachtungen von der aktuellen Tour von draussen direkt ans SLF. Dank dem integrierten GPS werden relevante Daten wie Ort und Höhe direkt ermittelt und müssen nicht eingegeben werden. Es werden Daten zur Schneedecke, dem aktuell vorherrschenden Lawinenmuster (wie Neuschnee, Triebschnee, Nassschnee und/oder Altschnee) und die persönliche Gefahreneinschätzung des Bergführers aufgenommen (vgl. Abbildung 1). Zusätzlich kann er Lawinen kartieren, Fotos übermitteln und Kommentare schreiben. Die Daten treffen am frühen Nachmittag ein und werden bereits für das gleichentags erscheinende Nationale Lawinenbulletin berücksichtigt.

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Abb. 1: Gefahreneinschätzung, wie sie die mAvalanche Bergführer von ihrer Tour am Sonntag, 23. Januar gemeldet haben. Hinterlegt ist die Gefahrenkarte, die das SLF für diesen Sonntag herausgegeben hatte.

Nach zwei Testwintern ist mAvalanche seit dem Winter 2010/11 fester Bestandteil der Lawinenwarnung. Bei tieferen Gefahrenstufen, wenn keine Lawinen mehr spontan abgehen und die Variantenhänge der Skigebiete längst flächendeckend verfahren sind, sind diese professionellen Meldungen aus dem unverspurten Tourengelände besonders wertvoll. Dagegen fällt mAvalanche bei grosser oder sehr grosser Lawinengefahr komplett aus. Dies weil die Bergführer das Gebiet längst verlassen haben und in einer sichereren Region unterwegs sind. Damit ist mAvalanche eine wertvolle Ergänzung zu den anderen Netzen, kann diese aber nicht ersetzen.

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Stichworte Lawinenwarnung, mLearning, Lawinenausbildung