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Projektdauer: 2000 - 2003

Naturgefahren und Tourismus in den Alpen - Untersucht am Lawinenwinter 1999 in der Schweiz

Umgestürtzter Seilbahnmast 1999, Hasliberg, BE
Umgestürtzter Seilbahnmast 1999, Hasliberg, BE
 
Abschleppdienst für belgische Autos 1999, Elm, GL
Abschleppdienst für belgische Autos 1999, Elm, GL

Die Tourismusbranche in den Alpen ist von katastrophalen Naturereignissen in speziellem Masse betroffen. Dies wurde im Lawinenwinter 1999 besonders deutlich, wo zahlreiche Tourismusbetriebe beträchtliche Mindereinnahmen bzw. "indirekte Kosten" zu verzeichnen hatten. In diesem Zusammenhang zeigte sich aber auch, dass der Themenbereich "Naturgefahren und Tourismus" vor 1999 praktisch nie Gegenstand wissenschaftlicher Arbeiten gewesen war. So existierte auch keine Methodik, um die indirekten Kosten solcher Ereignisse für den Tourismus einigermassen zuverlässig abschätzen zu können.

Der Lawinenwinter 1999 diente dem SLF deshalb als Ausgangspunkt für ein Forschungsprojekt zu den Auswirkungen von katastrophalen Naturereignissen auf den Tourismus in den Alpen. Die wichtigsten Forschungsfragen waren:

  • Welche Auswirkungen haben katastrophale Naturereignisse auf die Tourismusbranche und von welchen Faktoren hängt deren Ausmass ab?
  • Wie können die negativen finanziellen Auswirkungen eines katastrophalen Naturereignisses auf den Tourismus ermittelt werden?
  • Mit welchen Massnahmen liessen sich die negativen finanziellen Auswirkungen eines katastrophalen Naturereignisses auf den Tourismus vermindern?

Das Forschungsprojekt wurde 2003 abgeschlossen. Durch die Auswertung statistischer Daten und durch Umfragen bei Tourismusbetrieben und Touristen konnten umfassende Grundkenntnisse zu den Folgen von katastrophalen Naturereignissen auf den alpinen Tourismus gewonnen werden; so z.B. zur Reaktion von Touristen auf ein solches Ereignis oder zu dessen Folgen für verschiedene Tourismusbetriebe (Bergbahnunternehmen, Hotels usw.).

Das wichtigste Ergebnis stellt aber ein Berechnungsverfahren dar, mit dessen Hilfe sich nach einem katastrophalen Naturereignis in den Alpen berechnen lässt, wie gross die Mindereinnahmen für die Tourismusbranche eines bestimmten Ortes waren. Das Berechnungsverfahren liegt in verschiedenen Versionen (z.B. für die Schweiz oder den Euro-Raum) als Formular für das Tabellenkalkulationsprogramm "Microsoft® Excel" vor. Es kann auch für hypothetische Ereignisse verwendet werden.

Das Berechnungsformular ist auf CD-ROM zusammen mit der Schlusspublikation des Forschungsprojektes "Naturgefahren und Tourismus in den Alpen" erhältlich und kann beim SLF bestellt werden. Ebenfalls bestellt oder als PDF-Dokument heruntergeladen werden können weitere Publikationen, welche im Zusammenhang mit diesem Forschungsprojekt entstanden sind:

  • Nöthiger, Ch. J. 2003: Naturgefahren und Tourismus in den Alpen. Untersucht am Lawinenwinter 1999 in der Schweiz. Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos. 245 S. inkl. CD-ROM.
  • Nöthiger, Ch. J. 2000: Der Lawinenwinter 1999 - Fallstudie Elm (Kanton Glarus). Indirekte Auswirkungen auf die lokale Wirtschaft. Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos. 40 S.: Bestellen
  • Nöthiger, Ch. J. 2001: Die Auswirkungen der Naturereignisse 1999 auf die Bergbahn- und Skiliftunternehmen der Schweiz.
    Interner Bericht Nr. 740 (PDF, 428 kB). Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos. 38 S.
  • Nöthiger, Ch. J. & Ammann, W. J. 2001: Die Auswirkungen des Lawinenwinters 1999 auf die Betriebe und die Feriengäste in der Gemeinde Davos (Kanton Graubünden). Interner Bericht Nr. 744 (PDF, 111 kB). Eidg. Institut für Schnee- und Lawinenforschung SLF, Davos. 24 S.

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Stichworte SLF, Schnee, Lawine, Lawinen, Tourismus, Naturgefahren